{"id":1073,"date":"2013-04-28T18:31:04","date_gmt":"2013-04-28T16:31:04","guid":{"rendered":"http:\/\/aah.noblogs.org\/?p=1073"},"modified":"2013-05-12T21:46:12","modified_gmt":"2013-05-12T19:46:12","slug":"1-mai-antifademo-in-dortmund-vorabendkonzert-und-mehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aah.noblogs.org\/?p=1073","title":{"rendered":"1.Mai Antifademo in Dortmund, Vorabendkonzert und mehr"},"content":{"rendered":"<p>+++Newsupdate 29.04.2013+++<a href=\"http:\/\/dortmund.blogsport.de\/2013\/04\/29\/anreise-empfehlungen-1-mai\/\">Zugempfehlungen f\u00fcr den 1.Mai<\/a>+++<\/p>\n<p>Im Folgenden der Aufruf der <em>Antifaschistischen Union Dortmund<\/em> zum 1.Mai 2013 in Dortmund.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"1.mai_antifa_dortmund\" src=\"http:\/\/antifaunion.blogsport.de\/images\/audobannerlang.gif\" \/><\/p>\n<p>F\u00fcr mehr als nur dagegen! 2.0*<br \/>\nDem Naziaufmarsch am 1. Mai entgegentreten!<\/p>\n<p>Nach sechs Jahren wollen Neonazis wieder am 1. Mai in Dortmund demonstrieren. Nachdem im Jahr 2007 die Nazidemo durch antifaschistische Gegenproteste massiv behindert werden konnte, wollen es die Dortmunder Neonazis nun noch einmal versuchen. Wir werden alles daf\u00fcr tun, damit dies ein Versuch bleibt.<!--more--><\/p>\n<p><em>Neuer Name, gleicher Inhalt<\/em><br \/>\nAls im August 2012 der \u201eNationale Widerstand Dortmund\u201c (NWDO) und der kurz darauf geplante j\u00e4hrliche Aufmarsch zum \u201eAntikriegstag\u201c verboten wurde, war der Dortmunder Naziszene deutlich anzumerken, wie sehr sie dies getroffen hat. Wochenlang schien es so, als w\u00e4ren die jahrelang aufgebauten Nazistrukturen in Dortmund dahin. Doch dann stellte sich heraus, was viele schon ahnten: Die \u201eAutonomen Nationalisten\u201c um Dennis Giemsch und Michael Br\u00fcck organisierten sich neu in der Partei \u201eDie Rechte\u201c. Die neonazistische Kleinstpartei, welche von dem Nazikader Christian Worch gegr\u00fcndet worden war, verf\u00fcgt mittlerweile \u00fcber mehrere Kreis- und Landesverb\u00e4nde im Bundesgebiet. Kurz darauf sollte auch ein Parteib\u00fcro im Dortmunder Stadtteil Huckarde er\u00f6ffnet werden, welches offenbar den mit dem Verbot einhergegangenen Verlust des \u201eNationalen Zentrum\u201c kompensieren sollte. Dazu kam es allerdings nicht, weil die Nazis bei den Renovierungsarbeiten eine tragende Wand heraus rissen. Dar\u00fcber hinaus gibt es neue Websites, \u00fcber die weiterhin die gleiche nationalistische und rassistische Ideologie transportiert wird, wie zuvor. Der ebenfalls verbotene Naziversand \u201eResistore\u201c, aus welchem sich die Dortmunder Nazis mit unter finanzierten, wird mittlerweile unter der Domain \u201ewww.antisem.it\u201c weitergef\u00fchrt. Dass die Mitglieder des Dortmunder Kreisverbandes der \u201eRechten\u201c nahezu dieselben sind, die zuvor im NWDO aktiv waren, ist nat\u00fcrlich kein Zufall. Es zeigt sich also, dass die von Politik und Zivilgesellschaft viel beschworene Taktik des Verbotes nur tempor\u00e4r Auswirkung hatte und die Nazis unter einem anderem Label ihre Aktionen fortf\u00fchren k\u00f6nnen. Der Aufmarsch am 1. Mai stellt die erste gr\u00f6\u00dfere Aktion nach der Reorganisierung dar.<\/p>\n<p><em>Staatsantifa zwischen Verboten und Versagen<\/em><br \/>\nJahrelang konnte sich in Dortmund eine der st\u00e4rksten Naziszenen in Deutschland entwickeln. Zu Verdanken ist dieser Umstand unter anderem auch dem Ignorieren und Verharmlosen seitens der Stadt. Nachdem AntifaschistInnen lange Zeit alleine daf\u00fcr gesorgt haben, den Dortmunder Nazistrukturen immer wieder Risse zu versetzen, langte der Staat schlie\u00dflich zu: Im August letzten Jahres, kurz vor der j\u00e4hrlichen \u201eAntikriegstagdemonstration\u201c der Nazis, erlie\u00df das Innenministerium NRW ein Verbot des NWDO. Dass dies zun\u00e4chst gr\u00f6\u00dfere Auswirkungen auf die Nazis hatte, als alle antifaschistischen Aktivit\u00e4ten zuvor, ist keine \u00dcberraschung. Jedoch ruhte sich die Stadt Dortmund auf den Verboten aus und spielte sich nach jahrelangem Wegschauen als antifaschistische Instanz auf. Das Naziproblem, welches bisher f\u00fcr die Stadt eher als eine Gefahr f\u00fcr das eigene Image abgehandelt worden ist, l\u00e4sst sich jedoch nicht mit einem Verbot beseitigen. Mit der Partei \u201eDie Rechte\u201c verf\u00fcgen die Dortmunder Neonazis nun \u00fcber eine neue Organisierungsplattform, \u00fcber die der nordrhein-westf\u00e4lische Innenminister Ralf J\u00e4ger k\u00fcrzlich noch feststellte, dass sich diese nicht verbieten lie\u00dfe. So l\u00e4sst sich konstatieren, dass das Verbot die Nazistrukturen in Dortmund m\u00f6glicherweise eher gest\u00e4rkt als geschw\u00e4cht hat. Denn obwohl das Verbot zun\u00e4chst tats\u00e4chlich ein harter Schlag f\u00fcr die Nazis war, gestalten sich m\u00f6gliche neue Versuche staatlicher Repressionen aufgrund der mit dem Parteienstatus verbunden Privilegien schwierig. F\u00fcr die Dortmunder Neonazis stellt dies nat\u00fcrlich aus eigener Sicht einen Erfolg dar, sie k\u00f6nnen sich so als immun gegen\u00fcber polizeilichen und staatlichen Ma\u00dfnahmen stilisieren. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen staatliche Verbote keineswegs ein angemessenes Mittel zur Bek\u00e4mpfung von Neonazis und ihren Ideologien sein. Diese entstehen schlie\u00dflich nicht aus dem luftleeren Raum, sondern finden ihren Ursprung in dieser Gesellschaft und sind damit kein Problem, welches sich auf juristischem Wege angehen l\u00e4sst. Der Ruf nach dem starkem Staat oder eine \u201eLaw and Order\u201c-Politik gegen Nazis zeugen von einer v\u00f6llig falschen Analyse des Neonazismus, die davon ausgeht, dass Nazis au\u00dferhalb dieser Gesellschaft stehen und aufh\u00f6ren zu existieren, sobald man sie verbietet. Es ist zwar richtig, dass durch den nationalsozialistischen Vernichtungswunsch f\u00fcr diejenigen, die nicht in das Konzept der \u201eVolksgemeinschaft\u201c passen, eine stetige Gefahr droht. Dies bedeutet jedoch nicht im Umkehrschluss, dass Rassismus und Antisemitismus nur von Nazis ausgehen w\u00fcrde. Im Gegenteil, Ideologiefragmente des Neonazismus sind ebenso in weiten Teilen der Gesellschaft vertreten. W\u00e4hrend der Rassismus des Mainstreams oft in der Forderung der Unterordnung in eine repressiv-deutsche Leitkultur sichtbar wird oder auch im kulturalistischen Gewand daher kommt, tritt der moderne Antisemitismus in Form der Delegitimierung des Staates Israel auf. Doch auch die klassischen Ressentiments gegen\u00fcber J\u00fcdinnen und Juden und gegen\u00fcber als vermeintlich fremd konstruierte Menschen erfreuen sich einer gr\u00f6\u00dferen Verbreitung als man es sich in deutschen Landen gerne eingesteht, wie diverse wissenschaftliche Untersuchungen Jahr um Jahr beweisen. Daher sorgt ein Verbot maximal f\u00fcr eine kurzfristige Schw\u00e4chung von Nazistrukturen, nicht aber daf\u00fcr, neonazistische Ideologien zu bek\u00e4mpfen. Zus\u00e4tzlich ist die Forderung nach Verboten viel mehr einer autorit\u00e4ren Sehnsucht nach dem Eingriff des \u201estarken Staats\u201c geschuldet. Eine tats\u00e4chliche Kritik an jenen Verh\u00e4ltnissen, in denen Menschen zu Nazis werden, muss hier ansetzen. In diesem Kontext m\u00fcsste auch die Verwertungslogik der kapitalistischen Gesellschaft hinterfragt werden, weil diese die systematische Vereinzelung der Individuen zur Folge wie zur Voraussetzung hat. Die miteinander in Konkurrenz stehenden Menschen, die tagt\u00e4glich Erniedrigungen erleben, werden dadurch nicht zuletzt empf\u00e4nglich f\u00fcr das Identifikationsangebot des Nationalismus. Das aufgehen in einem nationalen Kollektiv verspricht vermeintliche W\u00e4rme, St\u00e4rke und Differenz. \u00c4hnliche Mechanismen tragen auch dazu bei, dass rassistische und antisemitische Ideologien immer wieder Konjunkturen erfahren.<\/p>\n<p><em>(Neo)nazis und der Tag der Arbeit<\/em><br \/>\nDie Antwort der Nazis auf die Zumutungen des Kapitalismus ist das Konzept der \u201eVolksgemeinschaft\u201c. Dass die Nazis genau dieser Idee des Versuchs einer negativen Aufhebung der warenf\u00f6rmigen Gesellschaft anh\u00e4ngen, zeigt sich in dem Aufruf zum Aufmarsch am 1. Mai. So wird die vermeintliche Verarmung der deutschen Gesellschaft, welche aus \u201eMasseneinwanderung\u201c aus Osteuropa resultieren w\u00fcrde, beklagt. Dem wird der Wunsch nach Arbeit und die Schaffung einer \u201enationalen Wirtschaft\u201c entgegengehalten. Unter dem Motto \u201eHeraus zum ersten Mai\u201c wollen sie daher gegen \u201eArbeitsplatzabbau, Massenarbeitslosigkeit und \u00dcberfremdung\u201c demonstrieren. Sie sehen sich dabei in der Tradition der nationalsozialistischen \u201eDeutschen Arbeitsfront\u201c (DAF), welche seit 1933 den 1. Mai als zum offiziellen Feiertag erhobenen \u201eTag der nationalen Arbeit\u201c beging. Die DAF f\u00fchrte Massenaufm\u00e4rsche durch und offenbarte ihr antisemitisches Verst\u00e4ndnis der kapitalistisch verfassten Gesellschaft, welches sich in der Aufteilung zwischen der als deutsch und ehrlich begriffenen \u201eschaffenden\u201c Arbeit als Gegenpart zum halluzinierten \u201ej\u00fcdischen, raffenden Kapital\u201c niederschlug. Der 1. Mai diente nicht mehr dazu, f\u00fcr bessere Arbeitsbedingungen zu k\u00e4mpfen, sondern zelebrierte das Leiden k\u00f6rperlicher Arbeit als deutsche Tugend. Es ist daher fast \u00fcberfl\u00fcssig zu erw\u00e4hnen, dass es den Dortmunder KameradInnen eben nicht darum geht, jene Verh\u00e4ltnisse umzuwerfen, in \u201edenen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein ver\u00e4chtliches Wesen ist\u201c (Marx), sondern eben um die Errichtung einer \u201enationalen Volksgemeinschaft\u201c. Denn die \u201eKapitalismuskritik\u201c im Aufruf der Neonazis zielt nicht auf die radikale Ver\u00e4nderung der bestehenden Produktionsbedingungen ab, sondern imaginiert die Existenz eines j\u00fcdischen Finanzkapitals, welches f\u00fcr die schlechten Verh\u00e4ltnisse im Kapitalismus verantwortlich sei. Die im Naziaufruf verwendete Chiffre der \u201eamerikanischen Ostk\u00fcste\u201c verdeutlicht noch einmal dieses zutiefst antisemitische und auch antiamerikanische Verst\u00e4ndnis des Kapitalismus. Die \u00f6konomischen Verh\u00e4ltnisse werden von Nazis personalisiert und zerfallen dabei \u2013 ganz in der Tradition der historischen Vorbilder \u2013 in einen vermeintlich guten, produktiven Bereich und eine \u201eparasit\u00e4ren\u201c Sph\u00e4re. In dieser von den Nazis vorgenommenen Personalisierung zeigt sich die ideologische Verkennung der Struktur kapitalistischer Ausbeutung. Der Kapitalismus wird nicht als apersonales Ausbeutungsverh\u00e4ltnis begriffen, sondern als System, in dem angeblich eine kleine Gruppe \u2013 von Nazis als j\u00fcdisch und amerikanisch ausgemacht \u2013 die globalen \u00f6konomischen Prozesse steuert. Die Identifizierung von Juden mit dem Geld hat eine lange Tradition im europ\u00e4ischen Antisemitismus, dies ist einer der Gr\u00fcnde warum in der Logik der AntisemitInnen gerade die Juden und J\u00fcdinnen f\u00fcr alles Schlechte in der Welt verantwortlich und aufgrund ihrer Abstammung \u201eschlecht\u201c und \u201eparasit\u00e4r\u201c sein sollen. Wenn die Dortmunder Neonazis also am 1. Mai auf die Stra\u00dfe gehen, ist dies eine Manifestation des expliziten Antisemitismus.<\/p>\n<p><em>Tag gegen die Arbeit!<\/em><br \/>\nObwohl es kein linkes Copyright auf Feiertage gibt: wenn Nazis zu ihrem \u201cTag der Arbeit\u201d aufrufen, beklagen Linke jeglicher Couleur nicht zu Unrecht, dass der \u201cMaifeiertag\u201d aus der Tradition der Arbeiterbewegungen stammt. Diese k\u00e4mpften nicht nur f\u00fcr bessere Arbeitsbedingungen, sondern teilweise auch f\u00fcr eine Abschaffung der kapitalistischen Arbeit. Erkannt wurde also, dass die Arbeit notwendige Voraussetzung f\u00fcr den Kapitalismus ist. Eine Einsicht, die man bei heutigen Kundgebungen des DGB vermisst. Der Kult um physisch und psychisch anstrengende Arbeit ist eine historisch neue Entwicklung, welche nicht von der Entstehung der kapitalistischen Produktionsweise zu trennen ist. Kaum ein Teil der Arbeiterbewegungen war vor dem Kult um die k\u00f6rperliche Arbeit gefeit. SozialdemokratInnen, LeninistInnen und auch R\u00e4tekommunistInnen verherrlichten die k\u00f6rperliche Arbeit und unterschieden sich in diesem Punkt oftmals nur partiell von liberalen, christlichen oder v\u00f6lkisch-nationalen ArbeitsfetischistInnen. Auch aufgrund dieses Arbeitsfanatismus sehen viele Traditionslinke nicht selten die \u201eehrliche Arbeit\u201c um den gerechten Lohn betrogen. Der Hass auf \u201cBonzen\u201d, \u201cSpekulanten\u201d und andere, die vermeintlich ohne Arbeit zu Reichtum gekommen sind, ist nicht nur eine falsche, sondern auch \u00e4u\u00dferst gef\u00e4hrliche Antwort auf gesellschaftliche Krisenerscheinungen und die ungleiche Verteilung der gesellschaftlichen Reicht\u00fcmer, da er in manchen F\u00e4llen anschlussf\u00e4hig an den v\u00f6lkischen Antikapitalismus der Nazis ist. Der oftmals als kritisch auftretende dumpfe Sozialneid hat mit einer notwendigen Kritik an den kapitalistischen Produktionsbedingungen und deren ideologischer Rechtfertigung nichts gemein. Eine \u00dcberwindung der kapitalistischen Arbeit ist aber m\u00f6glich! Es gilt sich zu vergegenw\u00e4rtigten, dass der vorhandene gesellschaftliche Reichtum und der Entwicklungsgrad der Technik bereits jetzt die Arbeit in vielen Bereichen \u00fcberfl\u00fcssig machen k\u00f6nnte und eine befreite Gesellschaft jenseits von Ausbeutung und Herrschaft m\u00f6glich w\u00e4re. Gewisse gesellschaftliche T\u00e4tigkeiten werden auch in einer befreiten Gesellschaft n\u00f6tig sein, doch l\u00e4sst sich auch heute schon sagen, dass eine befreite Gesellschaft weniger m\u00fchsame, verschlei\u00dfende Arbeit bedeuten w\u00fcrde, da viele Arbeiten in einer Gesellschaft, die nicht mehr auf dem Warentausch beruht, \u00fcberfl\u00fcssig w\u00e4ren.<\/p>\n<p><em>Der deutsche Weg des Burgfriedens <\/em><br \/>\nDoch von einer Bewegung gegen die Arbeit ist trotz \u2013 oder gerade wegen \u2013 der aktuellen Krise des globalen Kapitalismus wenig zu bemerken. Vor allem nicht in Deutschland. In der BRD sehnen sich Gewerkschaften und das Gros der Bev\u00f6lkerung weiterhin nach dem \u201cRheinischen Kapitalismus\u201d, der zwar zu gewissen Umverteilungsprozessen in den Jahren des \u201cWiederaufbaus\u201d gef\u00fchrt hat, auf ideologischer Ebene aber bewirkte, dass die postnazistische Bev\u00f6lkerung glaubt, mit ihrem Staat und ihrem Wirtschaftsstandort in einem Sozialpakt verschmolzen zu sein. Dieser Sozialpakt bleibt offenbar auch in Zeiten, in denen der gesellschaftliche produzierte Reichtum immer st\u00e4rker \u201cnach Oben\u201d verteilt wird, stabil. Die lohnabh\u00e4ngigen Schichten in der BRD scheint es nicht zu st\u00f6ren, dass sp\u00e4testens seit Mitte der 90er Jahre eine massive Umverteilung der Verm\u00f6gen zu Gunsten der Besserverdienenden stattgefunden hat und die Lohnentwicklung in den postnazistischen Gesellschaften der BRD und \u00d6sterreichs die niedrigste im EU-Vergleich ist. \u00dcber den Neoliberalismus alleine ist eine solche Entwicklung nicht zu erkl\u00e4ren, da sogenannte neoliberale Reformen in allen EU-Staaten durchgesetzt wurden \u2013 zumeist gegen st\u00e4rkere Proteste. Die niedrige Lohnquote der Bundesrepublik hat zudem nicht unwesentlich dazu beigetragen, dass Deutschland andere EU-Staaten in der aktuellen Krise niederkonkurrieren konnte. Die Reformen der letzten 15 Jahre wurden von den DGB-Gewerkschaften und der Bev\u00f6lkerung weitgehend mitgetragen. Die Sorge um den \u2013 vermeintlich drohenden \u2013 Niedergang des deutschen Standorts und somit der nationalen Gemeinschaft \u2013 scheint die Deutschen \u00fcber alle Klassengrenzen hinweg mehr zu bewegen, als das Bed\u00fcrfnis nach Arbeitsbedingungen, welche Psyche und K\u00f6rper m\u00f6glichst wenig abfordern. Der deutsche Sozialpakt erweist sich also nicht nur als stabil, sondern auch als besonders effektiv \u2013 zumindest f\u00fcr das deutsche Kapital. Das Bed\u00fcrfnis nach einer widerspruchslosen und befriedeten Gesellschaft, in der alle an einem Strang ziehen, ist in Deutschland und \u00d6sterreich in einem besonders hohen Ma\u00dfe anzutreffen und politisch wirksam. Zu erkl\u00e4ren ist eine solche soziale Konstellation gewiss nicht ohne die Struktur des deutschen Nationalismus. In diesem setzten sich schon fr\u00fch Str\u00f6mungen, die Konflikte einvernehmlich l\u00f6sen wollten und \u00f6konomische Widerspr\u00fcche mit Bezug auf das h\u00f6chste Gut, das \u201cnationale Ganze\u201d, zu befrieden suchten, durch. Letzteres ganz offensichtlich auch mit Erfolg. Der Burgfrieden des ersten Weltkriegs, die Volksgemeinschaft des Nationalsozialismus und der Sozialpakt der postnazistischen Bundesrepublik verbinden mehr als sich die Deutschen des Jahres 2013 eingestehen k\u00f6nnen und wollen.<\/p>\n<p><em>F\u00fcr mehr als nur dagegen, kommt nach vorne!<\/em><br \/>\nAuch wenn die Nazis am 1. Mai sich bei ihrem Marsch durch die von der Polizei isolierten Stra\u00dfenz\u00fcge wieder einmal kurz vor der \u201enationalen Revolution\u201c w\u00e4hnen werden: eine relevante politische Kraft sind die bekennenden NationalsozialistInnen in Deutschland nicht. Dass diese jedoch eine Gefahr f\u00fcr Leib und Leben darstellen, wurde nicht zuletzt auch durch den \u201eNationalsozialistischen Untergrund\u201c erneut bewiesen. Aber auch abseits vom Rechtsterrorismus zeugen 183 Todesopfer rechter Gewalt von der m\u00f6rderischen Potenz rechter Ideologie. Aus diesem Gefahrenpotenzial ergibt sich die Notwendigkeit des Antifaschismus. Es ist nach wie vor inakzeptabel, dass Neonazis durch Dortmund und auch sonst wo, ungehindert marschieren k\u00f6nnen und ihre antisemitische und rassistische Propaganda verbreiten k\u00f6nnen. Wir werden dem nicht tatenlos zusehen und auch dieses Mal wieder daf\u00fcr Sorgen, dass dieses neonazistische Spektakel nicht st\u00f6rungsfrei \u00fcber die B\u00fchne geht. Wir werden uns allerdings nicht am 1. Mai den Nazis in den Weg stellen, weil es uns so viel Spa\u00df macht, sondern weil Nazis als Feinde der befreiten Gesellschaft zu bek\u00e4mpfen sind. Eben dieser stehen aber nat\u00fcrlich nicht nur Nazis im Wege. Die bleiernen deutschen Verh\u00e4ltnisse der Gegenwart, in denen Rassismus und Antisemitismus weiter gedeihen und neue Ausformungen annehmen, deren aktueller \u00f6konomischer Erfolg nicht zuletzt auf \u201carisiertem\u201d Verm\u00f6gen und erlassenen Schulden des Nationalsozialismus beruht und in denen der postnazistische Sozialpakt daf\u00fcr sorgt, dass gesellschaftliche Konflikte nicht ausgetragen werden, sind mindestens so problematisch wie die militanten Nazis \u2013 und bed\u00fcrfen selbstverst\u00e4ndlich einer nicht weniger scharfen Kritik. Aus diesem Grund werden wir uns auch nicht mit denjenigen gemein machen, die deswegen gegen Nazis protestieren, weil diese dem Ansehen Deutschlands schaden. Unsere Verachtung gilt jenen Zust\u00e4nden, die faschistische Ideologien immer wieder aufs Neue hervorbringen.<br \/>\n<strong><\/strong><\/p>\n<p><strong>Deshalb:<br \/>\nNaziaufmarsch verhindern! Nieder mit Deutschland!\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 F\u00fcr die befreite Gesellschaft!<\/strong><\/p>\n<p>Aktuelle Infos zur Demonstration findet Ihr bei: <a href=\"http:\/\/www.dortmund.blogsport.de\">dortmund.blogsport.de<\/a><\/p>\n<p>weitere Termine neben dem 1.Mai:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/dortmund.blogsport.de\/2013\/04\/26\/konzert-am-30-04-jetzt-im-dietrich-keuning-haus\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1075\" alt=\"Flyer-\u00fcberarbeitet-NEW-jpg\" src=\"https:\/\/aah.noblogs.org\/files\/2013\/04\/Flyer-\u00fcberarbeitet-NEW-jpg-219x300.jpg\" width=\"219\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/aah.noblogs.org\/files\/2013\/04\/Flyer-\u00fcberarbeitet-NEW-jpg-219x300.jpg 219w, https:\/\/aah.noblogs.org\/files\/2013\/04\/Flyer-\u00fcberarbeitet-NEW-jpg-748x1024.jpg 748w, https:\/\/aah.noblogs.org\/files\/2013\/04\/Flyer-\u00fcberarbeitet-NEW-jpg.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 219px) 100vw, 219px\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/antifaunion.blogsport.de\/2013\/04\/27\/naziaufmarsch-am-30-04-und-infoveranstaltung\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1076\" alt=\"VA_webplakat\" src=\"https:\/\/aah.noblogs.org\/files\/2013\/04\/VA_webplakat-239x300.jpg\" width=\"239\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/aah.noblogs.org\/files\/2013\/04\/VA_webplakat-239x300.jpg 239w, https:\/\/aah.noblogs.org\/files\/2013\/04\/VA_webplakat-817x1024.jpg 817w, https:\/\/aah.noblogs.org\/files\/2013\/04\/VA_webplakat.jpg 1768w\" sizes=\"auto, (max-width: 239px) 100vw, 239px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>+++Newsupdate 29.04.2013+++Zugempfehlungen f\u00fcr den 1.Mai+++ Im Folgenden der Aufruf der Antifaschistischen Union Dortmund zum 1.Mai 2013 in Dortmund. 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