{"id":117,"date":"2010-09-27T13:41:58","date_gmt":"2010-09-27T11:41:58","guid":{"rendered":"http:\/\/aah.noblogs.org\/?p=117"},"modified":"2010-09-27T13:43:47","modified_gmt":"2010-09-27T11:43:47","slug":"demonstration-29-09-2010-keine-ruckzugsraume-fur-rechte-morder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aah.noblogs.org\/?p=117","title":{"rendered":"Demonstration 29.09.2010: Keine R\u00fcckzugsr\u00e4ume f\u00fcr rechte M\u00f6rder!"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/s4.blogsport.de\/images\/schmuddel_01.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/s4.blogsport.de\/images\/thumb-schmuddel_01.jpg\" alt=\"\" hspace=\"10\" vspace=\"10\" align=\"left\" \/><\/a><strong>Dortmund: Rechter M\u00f6rder aus Haft entlassen<\/strong><\/p>\n<p>Am 28.03.2005 erstach der damals 17-j\u00e4hrige Nazi-Skin Sven Kahlin in  einer belebten Dortmunder U-Bahnstation den 32-j\u00e4hrigen Punk Thomas  \u201cSchmuddel\u201d Schulz, weil dieser Kahlins rechte Parolen nicht  unkommentiert stehen lassen wollte. Der T\u00e4ter wurde daraufhin wegen  Totschlags zu einer Haftstrafe von sieben Jahren verurteilt. Demnach  sollte seine Haft bis M\u00e4rz 2012 andauern. Wie nun bekannt wurde, ist der  rechte M\u00f6rder Kahlin am Donnerstag aus der Justizvollzugsanstalt Werl  entlassen worden. Antifaschist_innen rufen deshalb zu einer Demo auf,  die an dem \u201c<em>Nationalen Zentrum<\/em>\u201d, einem von Neonazis in  Dorstfeld angemieteten Lagerraum, vorbeiziehen soll. Dort findet jeden  Mittwoch das \u201cKameradschaftstreffen\u201d statt, an dem nun aller Voraussicht  nach auch der rechte M\u00f6rder Kahlin teilnehmen wird. Dortmunder  Antifaschist_innen wollen ihn geb\u00fchrend empfangen und ihm verdeutlichen,  dass seine Tat nicht vergessen ist und er von nun an verst\u00e4rkt im  Visier antifaschistischer Intervention stehen wird.<\/p>\n<p><strong>Kommt zur antifaschistischen Demo:<br \/>\n29.09.2010 (Mittwoch) | 18.00 Uhr | Kampstra\u00dfe Ecke Katharinenstra\u00dfe<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>In Gedenken an Thomas Schulz:<br \/>\nKein Vergessen den Opfern neonazistischer Gewalt!<br \/>\nKeine R\u00fcckzugsr\u00e4ume f\u00fcr rechte M\u00f6rder!<!--more--><\/strong><\/p>\n<p><strong>HINTERGRUND<\/strong><\/p>\n<p><strong>Der Nazi-Mord. Wir erinnern uns:<\/strong><\/p>\n<p>Am fr\u00fchen Abend des Ostermontags 2005 traf der damals 17-j\u00e4hrige  Neonazi-Skin Sven Kahlin mit seiner Freundin an der U-Bahn-Station  Kampstra\u00dfe in der Dortmunder City auf eine Gruppe Punks. Einer von  ihnen, \u201e<em>Schmuddel<\/em>\u201c, wollte die rechten Spr\u00fcche Kahlins nicht  unkommentiert lassen und folgte den beiden alleine in die  U-Bahn-Station. Es kam zum Streit. Der Neonazi zog pl\u00f6tzlich ein Messer  und stach f\u00fcnfmal auf sein Opfer ein. Ein Stich traf \u201eSchmuddel\u201c ins  Herz. Der M\u00f6rder fl\u00fcchtete, konnte aber kurz darauf verhaftet werden. \u201e<em>Schmuddel<\/em>\u201c  verstarb auf dem Weg ins Krankenhaus. Am darauf folgenden Samstag  demonstrierten 4000 Antifaschst_innen aus Wut und Trauer \u00fcber die Tat  und in dem Wissen, dass nur eine entschlossene antifaschistische  Gegenwehr der Bedrohung durch die Neonazis Einhalt gebieten kann.  Seitdem gedenken jedes Jahr mehrere Hundert Antifaschist_innen Thomas  und allen anderen Opfern rechter Gewalt.<\/p>\n<p><strong>Kahlin \u201c<em>ungebrochen<\/em>\u201d oder: die ideologische Kontinuit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p>Es besteht kein Zweifel daran, dass Sven Kahlin nach wie vor seiner  nationalsozialistischen Gesinnung treu geblieben ist. So pflegt er auch  weiterhin freundschaftlichen und vor allem politischen Kontakt zu seinen  \u201cKameraden\u201d. Ende Juni 2007 zogen rund 100 Neonazis unter dem Motto \u201c<em>Gesinnungsparagraphen abschaffen! \u2013 Freiheit f\u00fcr alle nationalen politischen Gefangenen!<\/em>\u201d  an der Herforder Jugendvollzugsanstalt vorbei. Hier sa\u00dfen zu diesem  Zeitpunkt neben dem Dortmunder Nazi Christoph Drewer auch Sven Kahlin  ein. Vor Ort wurde ein Gru\u00dfwort von Kahlin verlesen in dem es hei\u00dft: \u201e<em>Kameradinnen  und Kameraden, die heute hier erschienen sind um zu zeigen, dass es  immer noch Menschen gibt die stolz auf ihre Herkunft sind und dies mit  Leib und Seele vertreten, auch wenn wir daf\u00fcr tagt\u00e4glich gejagt,  inhaftiert und durch den Dreck gezogen werden.<\/em>\u201c Er schloss seine Rede mit \u201c<em>aufrechten und kameradschaftlichem Gru\u00df aus der JVA Herford<\/em>\u201d. Kahlin wurde dann zuletzt in die JVA Werl verlegt. Dort wurde er auch weiterhin von der \u201c<em>Hilfsorganisation f\u00fcr nationale politische Gefangene und deren Angeh\u00f6rige<\/em>\u201d (HNG) betreut. In einem Selbstportrait beim extrem rechten \u201c<em>JVA-Report<\/em>\u201d gab Kahlin dann an, dass er \u201c<em>auch an weitere[n] Kontakte[n] zu aufrechten Kameradinnen und Kameraden interessiert<\/em>\u201d  sei und dass man ihn \u201cnicht umerziehen\u201d k\u00f6nne. Noch 2009 lie\u00df er \u00fcber  seine Freunde aus dem rechten Spektrum bei einer Neonazi-Kundgebung  verlautbaren, dass man die \u201c<em>nationale Bewegung nicht stoppen<\/em>\u201d k\u00f6nne und konstatierte selbstbewusst aus der Gef\u00e4ngniszelle: \u201c<em>Fakt ist: Dortmund ist und bleibt unsere Stadt!<\/em>\u201d.  Innerhalb der Dortmunder Neonaziszene wurde die Nachricht von seiner  vorzeitigen Entlassung nat\u00fcrlich positiv rezipiert. Es ist daher davon  auszugehen, dass Kahlin bei ihrer n\u00e4chsten Zusammenkunft anwesend sein  wird.<\/p>\n<p><strong>Kein Vergeben \u2013 Kein Vergessen!<\/strong><\/p>\n<p>Als anl\u00e4sslich der Urteilsverk\u00fcndung vom 17. November 2005 rund 80  autonome Antifaschist_innen und Freund_innen von Thomas auf die Stra\u00dfe  gingen, machten sie deutlich: \u201c<em>Wir fordern keine h\u00e4rteren Strafen  f\u00fcr Neonazis, sondern protestieren gegen die Entpolitisierung der Tat  und fordern eine \u00f6ffentliche Auseinandersetzung. Es kann nicht sein,  dass die tats\u00e4chlichen und potentiell Betroffenen neonazistischer Gewalt  mit diesem Problem alleine gelassen werden.<\/em>\u201d Um ihrer Wut und  Trauer Ausdruck zu verleihen zogen die Antifas in einer spontanen und  lautstarken Demonstration durch die Dortmunder Innenstadt. Wenn der  heute 22-j\u00e4hrige Sven Kahlin nach rund 5 1\/2 Jahren vorzeitig entlassen  wird, nehmen wir dies zum Anlass, die \u00d6ffentlichkeit erneut auf diesen  Nazi-Mord hinzuweisen. Trotz der Haftstrafe werden wir Kahlin \u2013 wie auch  alle anderen Dortmunder Neonazis \u2013 im Auge behalten und ihre Taten  nicht in Vergessenheit geraten lassen.<\/p>\n<p><strong>Kommt zur antifaschistischen Demo:<br \/>\n29.09.2010 (Mittwoch) | 18.00 Uhr | Kampstra\u00dfe Ecke Katharinenstra\u00dfe<\/strong><\/p>\n<p><strong><br \/>\nIn Gedenken an Thomas Schulz:<br \/>\nKein Vergessen den Opfern neonazistischer Gewalt!<br \/>\nKeine R\u00fcckzugsr\u00e4ume f\u00fcr rechte M\u00f6rder!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dortmund: Rechter M\u00f6rder aus Haft entlassen Am 28.03.2005 erstach der damals 17-j\u00e4hrige Nazi-Skin Sven Kahlin in einer belebten Dortmunder U-Bahnstation den 32-j\u00e4hrigen Punk Thomas \u201cSchmuddel\u201d Schulz, weil dieser Kahlins rechte Parolen nicht unkommentiert stehen lassen wollte. 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