{"id":1259,"date":"2013-12-10T13:57:09","date_gmt":"2013-12-10T12:57:09","guid":{"rendered":"http:\/\/aah.noblogs.org\/?p=1259"},"modified":"2013-12-11T13:43:31","modified_gmt":"2013-12-11T12:43:31","slug":"buerger-hetzen-auch-in-hamm-gegen-asylsuchende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aah.noblogs.org\/?p=1259","title":{"rendered":"B\u00fcrger hetzen auch in Hamm gegen Asylsuchende &#8211; erfolgreiche Kundgebung am Tag der Menschenrechte"},"content":{"rendered":"<p>+++<a href=\"http:\/\/haekelclub590.de\/?p=1052\">erfolgreiche Kundgebung mit \u00fcber 60 Menschen am 10.12.2013<\/a>+++<\/p>\n<p>Nachdem in diesem Jahr bereits in Hellersdorf, Duisburg, Schneeberg und vielen anderen St\u00e4dten von Anwohnern gegen geplante bzw. bereits eingerichtete Unterk\u00fcnfte f\u00fcr Asylsuchende Stimmung gemacht wurde, scheint sich diese traurige Entwicklung auch in Hamm fortzuf\u00fchren. Anlass hierf\u00fcr war das Ger\u00fccht \u00fcber eine geplante Behausung in der Waldenburgerstra\u00dfe im Stadtteil Herringen. In der Filiale des Juwelierbetriebes Liebehenschel in Herringen lag alsbald ein Schreiben an den Oberb\u00fcrgermeister nebst Unterschriftenliste aus.<!--more--> Initiatorin der Aktion und Verfasserin der Petition ist die Leiterin der Beckumer Filiale des Juweliergesch\u00e4fts. In ihrem Schreiben bittet sie den Oberb\u00fcrgermeister der Stadt Hamm, seine Entscheidung nochmal \u201ezu \u00fcberdenken\u201c, da sich die Anwohnenden in den vergangenen Jahren bereits durch vermeintlich migrantische Jugendliche bel\u00e4stigt und bedroht gef\u00fchlt h\u00e4tten, die zuvor in den nun leerstehenden Wohnh\u00e4usern gelebt haben sollen. \u201eVorverurteilen\u201c wolle sie niemanden, etwas gegen \u201eAusl\u00e4nder\u201c habe sie schon gar nicht, f\u00fchrt sie in ihrem Brief an. Sie verstehe ja, dass \u201ediese Menschen [\u2026] einen Ort an dem sie sicher sein k\u00f6nnen\u201c br\u00e4uchten. Nur an die Anwohnenden solle dabei auch gedacht werden. Das Schreiben, welches uns vorliegt, argumentiert vornehmlich mit der Sorge, dass sich die Situation der Anwohnenden verschlechtern k\u00f6nnen und pl\u00e4diert f\u00fcr einen anderen Standort der Unterkunft damit die Ruhe, die im Viertel herrscht erhalten bleibt und der Stadtteil Herringen nicht weiter abgewertet wird. Die Vorverurteilung der Menschen, die Deutschland auf eine ruhige und sichere Zukunft hoffen, ist der Hauptbestandteil ihrer Argumentation \u2013 und damit ausgrenzendes Gedankengut par excellence. Auch eine Mitarbeiterin der Juwelier Filiale in Herringen versicherte, eine Unterschrift sei \u201ev\u00f6llig ungef\u00e4hrlich\u201c, die Verfasserin geh\u00f6re ja nicht zu den Rechten. Dass diese Entwicklung alles andere als \u201ev\u00f6llig ungef\u00e4hrlich\u201c ist, sollten eigentlich die Ereignisse zeigen, die sich \u00fcber die letzten 20 Jahre in Zusammenhang mit b\u00fcrgerlichen Protesten gegen Fl\u00fcchtlingsheime ereignet haben. Die \u201ebesorgten Anwohner und Anwohnerinnen\u201c scheinen nicht zu bedenken, dass ihr eigenes Denken und Handeln in diesem Zusammenhang und sie mit ihren Aktionen dazu beitragen eine feindliche und hasserf\u00fcllte Stimmung zu sch\u00fcren, die in der Vergangenheit auch zu \u00dcbergriffen und gewaltt\u00e4tigen Auseinandersetzungen f\u00fchrte. Auch zeigt das Beispiel Herringen, wie sich auf Basis scheinbar informierter B\u00fcrger_innen und falscher Ger\u00fcchte sehr schnell eine gro\u00dfe Menge Menschen zusammenfindet, um ihrem Rassismus und Fremdenhass Ausdruck zu verleihen. Ungepr\u00fcft werden Vorurteile reproduziert, auch wenn es keinerlei tats\u00e4chlichen Anlass gab. Auch das passiert in Herringen nicht zum ersten Mal und ist nur ein weiteres Beispiel f\u00fcr den Hass auf alles Fremde und Unbekannte, der in der deutschen Mehrheitsgesellschaft herrscht. Der Stadtteil Herringen, der als einer der sogenannten \u201esozialen Brennpunkte\u201c Hamms gilt, brachte in der Vergangenheit bereits eine andere B\u00fcrgerinitiative hervor, die sich gegen den Moscheebau der lokalen Muslimischen Gemeinde richtete. Dort stellte sich nach Nachforschungen heraus, dass sie ma\u00dfgeblich auf das Betreiben von Rechten gegr\u00fcndet worden war. In der weiteren Entwicklung der Frage nach einer Unterbringung von Asylsuchenden und Fl\u00fcchtlingen in Hamm tagte dann der Sozialauschuss der Stadt Hamm. Nachdem das Ger\u00fccht durch den Oberb\u00fcrgermeister und seine Sprecher ausger\u00e4umt war und gleichzeitig gegen\u00fcber Vertretern der Jugendlichen ohne Grenzen, einer Gruppe von selbst organisierten Fl\u00fcchtlingen in Hamm, die ihr Konzept einer dezentralen Unterbringung von Fl\u00fcchtlingen der Stadt vorgestellt hatten und seitens des Sozialamtes auch Zuspruch dazu erhielten, kam es zu einer Wendung, die \u00fcberaus typisch ist f\u00fcr eine Stadt wie Hamm. Da sprach sich der Leiter des Amts f\u00fcr soziale Integration dann pl\u00f6tzlich daf\u00fcr aus, alles so zu lassen wie es ist. Das hei\u00dft weiterhin \u00dcbergangsheime, weiterhin kein Konzept f\u00fcr eine dezentrale Unterbringung von Fl\u00fcchtlingen in der gesamten Stadt. Es soll so bleiben wie es ist \u2013 und das bedeutet, Menschen weiterhin in unw\u00fcrdigen Zust\u00e4nden zu belassen, ihnen ein konsequentes Bleiberecht, die M\u00f6glichkeit eines Lebens in Freiheit und Selbstbestimmung zu verweigern. Wir fordern die stadt auf, endlich ein menschenw\u00fcrdiges Konzept f\u00fcr eine dezentrale Unterbringung vorzulegen. Damit es nicht so bleibt, wie es ist: auf die Stra\u00dfe. Wir unterst\u00fctzen die Jugendlichen ohne Grenzen bei ihrer Kundgebung auf dem Bahnhofsvorplatz in Hamm.<\/p>\n<p>Refugees Welcome \u2013 Solidarit\u00e4t ohne Grenzen am 10.12 um 18:00.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>+++erfolgreiche Kundgebung mit \u00fcber 60 Menschen am 10.12.2013+++ Nachdem in diesem Jahr bereits in Hellersdorf, Duisburg, Schneeberg und vielen anderen St\u00e4dten von Anwohnern gegen geplante bzw. bereits eingerichtete Unterk\u00fcnfte f\u00fcr Asylsuchende Stimmung gemacht wurde, scheint sich diese traurige Entwicklung auch &hellip; <a href=\"https:\/\/aah.noblogs.org\/?p=1259\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1605,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1259","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemeines"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/aah.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1259","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/aah.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/aah.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/aah.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1605"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/aah.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1259"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/aah.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1259\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1262,"href":"https:\/\/aah.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1259\/revisions\/1262"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/aah.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1259"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/aah.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1259"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/aah.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1259"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}