{"id":1619,"date":"2016-03-06T23:50:34","date_gmt":"2016-03-06T22:50:34","guid":{"rendered":"http:\/\/aah.noblogs.org\/?p=1619"},"modified":"2016-03-12T18:37:20","modified_gmt":"2016-03-12T17:37:20","slug":"frauenkampftag-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aah.noblogs.org\/?p=1619","title":{"rendered":"Auf zum Frauenkampftag 2016"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1\" style=\"text-align: left\">Am 12. M\u00e4rz findet in K\u00f6ln eine <a href=\"https:\/\/reclaimfeminism.org\/\">Demonstration<\/a> anl\u00e4sslich des Frauenkampftags statt. Thematisch setzt sich die Demo unter anderem mit rassistischer \u00dcbernahme von Feminismus auseinander, wodurch eine \u00f6ffentliche Debatte \u00fcber struturellen Sexismus und sexuelle Gewalt bewusst vermieden wird.<\/p>\n<p class=\"p1\" style=\"text-align: left\">Die Demo startet um <strong>13 Uhr<\/strong> am <strong>K\u00f6lner Dom.<\/strong><\/p>\n<p class=\"p1\" style=\"text-align: left\"><!--more--><\/p>\n<p class=\"p1\" style=\"text-align: left\"><strong><span class=\"s1\">WOR\u00dcBER GESCHWIEGEN WIRD<\/span><\/strong><\/p>\n<div id=\"main\" class=\"clearfix\">\n<div class=\"inner-wrap\">\n<div id=\"primary\">\n<div id=\"content\" class=\"clearfix\">\n<article id=\"post-10\" class=\"post-10 page type-page status-publish hentry\">\n<div class=\"entry-content clearfix\">\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Das Jahr 2016 hat in vielen St\u00e4dten Deutschlands mit \u00dcbergriffen auf Frauen* begonnen \u2013 auch in K\u00f6ln. Sexualisierte Gewalt gegen Frauen* ist in der Silvesternacht sichtbar geworden \u2013 un\u00fcbersehbar in die \u00f6ffentliche Debatte gezerrt. Wieso pl\u00f6tzlich das mediale Interesse? Die Thematisierung ist richtig und wichtig. Den Betroffenen der sexualisierten \u00dcbergriffe von Silvester \u2013 und aller sexualisierten \u00dcbergriffe, die allt\u00e4glich passieren \u2013 \u00a0muss jegliche gew\u00fcnschte Solidarit\u00e4t und Unterst\u00fctzung zukommen. Es ging dabei jedoch nicht vorrangig um die Benennung sexualisierter Gewalt, sondern um die vermeintliche Herkunft der T\u00e4ter \u2013 und das unverhohlen rassistisch: Im Verlauf wurde schnell nicht mehr \u00fcber Sexismus gesprochen, sondern \u00fcber die Versch\u00e4rfung des Asylrechts, Abschottung und Abschiebung. Ein g\u00e4ngiges Fazit: Nicht der Sexismus in diesem Land sei das Problem, sondern die zu uns Gefl\u00fcchteten. Jedoch: Sexismus ist nicht nach Deutschland eingewandert, Sexismus ist hausgemacht. Er findet statt \u2013 schon immer, st\u00e4ndig und \u00fcberall. Sexismus findet sich strukturell in unterschiedlich hoher Entlohnung, Benachteiligung aller Frauen*,<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>speziell von Transfrauen und Frauen* of colour, am Arbeitsmarkt oder in unterschiedlichen Belastungen, bspw. durch Kinderbetreuung wieder. Er findet sich ebenso in sexistischer Werbung und in den Seminaren von sogenannten \u201ePick-up Artists\u201c, in den M\u00e4nner lernen, wie sie Frauen* gegen ihren Willen verf\u00fcgbar machen. Nicht gesprochen wird \u00fcber sexualisierte Gewalt, die in den eigenen vier W\u00e4nden stattfindet. So finden mehr als zwei Drittel aller Vergewaltigungen im nahen Umfeld statt, von Verwandten, Bekannten und (Ex-)Partnern.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Nicht gesprochen wird \u00fcber die allt\u00e4gliche Sexualisierung und sexualisierten \u00dcbergriffe auf Frauen* of colour. <\/span><\/p>\n<h2 class=\"p1\"><span class=\"s1\"><br \/>\nWOR\u00dcBER WIR SPRECHEN SOLLTEN<\/span><\/h2>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Statt sich in rassistischen Debatten \u00fcber T\u00e4terschaft zu ergehen, sollte \u00fcber die Funktion und Bedeutung von sexualisierter Gewalt und strukturellem Sexismus gesprochen werden \u2013 und das weltweit. Es sollte um den Rassismus und die andauernde Gewalt gegen Gefl\u00fcchtete gehen, denn weiter gibt es t\u00e4glich Anschl\u00e4ge gegen Unterk\u00fcnfte.<br \/>\nEs muss \u00fcber die Kriege gesprochen werden, an denen die BRD beteiligt ist. \u00dcber ihren brutalen Charakter, die Militarisierung nach Au\u00dfen und Innen und ihre Fortsetzung in den Geschlechterverh\u00e4ltnissen. Diese Kriege vertreiben Menschen, zerst\u00f6ren ihre Lebensgrundlage und zwingen sie zur Flucht. Daf\u00fcr tr\u00e4gt die menschenverachtende Politik der EU die Verantwortung \u2013 voran die BRD. Viele Frauen* und Kinder sind auf der Flucht und auf dem lebensgef\u00e4hrlichen Weg in Richtung Sicherheit und in den Gefl\u00fcchtetenunterk\u00fcnften in h\u00f6chstem Ma\u00dfe sexualisierter Gewalt ausgesetzt. Viele Frauen* und Kinder m\u00fcssen zur\u00fcckbleiben und werden durch die Beschl\u00fcsse der deutschen Bundesregierung, wie im Asylpaket II, in lebensgef\u00e4hrlichen Kriegsgebieten oder an Europas Au\u00dfengrenzen der Gewalt \u00fcberlassen. Denn die Asylrechtsversch\u00e4rfung, die die Regierung als Reaktion auf die sexualisierte Gewalt verkaufen will, trifft in Wirklichkeit Frauen* und Kinder weltweit am h\u00e4rtesten.<br \/>\nInnerhalb Deutschlands sind wir schon seit Jahren mit einem Backlash (also einem R\u00fcckschritt bei den feministischen Errungenschaften) konfrontiert. Dabei stellen Entwicklungen wie ungleiche Lohnbezahlung, Herdpr\u00e4mie, die Proteste der sogenannten Lebensch\u00fctzer*innen, homo- und transphobe Mobilisierungen gegen sexuelle Bildung und Antidiskriminierungsarbeit an Schulen sowie die Akzeptanz sexualisierter Gewalt nur eine kleine Auswahl dar. Aktuell werden diese in rassistischen und antifeministischen \u00f6ffentlichen Debatten deutlich. Rechtspopulistische Parteien und neonazistische Gruppierungen erfahren einen Aufschwung, werden hoff\u00e4hig gemacht und benutzt, um eine rassistische Politik durchzusetzen.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<h2 class=\"p1\"><span class=\"s1\"><br \/>\nWAS WIR FEIERN<\/span><\/h2>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Wir feiern k\u00e4mpferische Frauen* und Frauen* in K\u00e4mpfen, die zeigen, dass eine solidarische, befreite Zukunft m\u00f6glich ist. So beispielsweise die Frauen, die in der Revolution im\u00a0kurdischen Rojava im Norden Syriens\u00a0aktiv sind.<br \/>\nWir feiern alle, die in Frauen*h\u00e4usern arbeiten oder Gefl\u00fcchtete unterst\u00fctzen.<br \/>\nWir feiern all die mutigen Frauen*, Lesben, Trans* und Inter*personen, die sich einer hierarchischen Geschlechterordnung widersetzen.<br \/>\nWir feiern all jene, die Z\u00e4une \u00fcberwunden haben und die Festung Europa kurzzeitig ins Wanken gebracht haben \u2013 jetzt erst recht!<br \/>\nOrganisieren wir uns global, ohne Grenzen!<br \/>\nWir wollen eine herrschaftsfreie Gesellschaft ohne Ausbeutung, ohne Ausgrenzung, ohne den sexistischen und rassistischen Normalzustand. Wir wollen Solidarit\u00e4t und Respekt untereinander.<br \/>\nEs lebe die Verschiedenheit!<br \/>\nIm Rahmen des internationalen Frauen*kampftages wollen wir unseren Protest sowohl gegen Sexismus als auch Rassismus entschieden, laut und k\u00e4mpferisch auf die K\u00f6lner Stra\u00dfen tragen: Unser Feminismus ist antirassistisch \u2013 erst recht nach den \u00dcbergriffen der Silvesternacht.<\/span><\/p>\n<p><strong>Wir sehen uns bei der bundesweiten Demo am 12.3.2016 in K\u00f6ln!<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<div class=\"inner-wrap\">\n<div id=\"primary\">\n<div id=\"content\" class=\"clearfix\">\n<article id=\"post-10\" class=\"post-10 page type-page status-publish hentry\">\n<div class=\"entry-content clearfix\">\n<p class=\"p1\" style=\"text-align: left\"><span style=\"text-decoration: underline\"><strong><span class=\"s1\">Anmerkungen:<\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p class=\"p1\" style=\"text-align: left\">Frauen* soll einerseits auf die Konstruiertheit von bin\u00e4ren Geschlechtern hinweisen. Au\u00dferdem zeigt es auf, dass es nicht DIE Frauen gibt, sondern dass der Begriff \u201eFrau\u201c f\u00fcr viele verschiedene Identit\u00e4ten und Lebensentw\u00fcrfe stehen.<\/p>\n<\/div>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"main\" class=\"clearfix\">\n<div class=\"inner-wrap\">\n<div id=\"primary\">\n<div id=\"content\" class=\"clearfix\">\n<article id=\"post-10\" class=\"post-10 page type-page status-publish hentry\">\n<div class=\"entry-content clearfix\">\n<p class=\"p1\" style=\"text-align: left\"><span class=\"s1\">Trans* (auch: trans* Mensch, trans* Person) = Relativ neuer, im Deutschen zunehmend verbreiteter Sammelbegriff, der nach dem Vorbild von Suchmaschinen und Programmiersprachen das Sternchen (Asterisk) als Platzhalter f\u00fcr verschiedene m\u00f6gliche Endungen nutzt (transgender, transident, transsexuell). Diese Offenheit soll auf die Vielfalt transgeschlechtlicher und anderer nicht der Norm entsprechender Geschlechtsidentit\u00e4ten, Selbstbezeichnungen und Lebensentw\u00fcrfe hinweisen, d.h. etwa auch Crossdresser, weder*noch* u.a. einschlie\u00dfen (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.transinterqueer.org\"><span class=\"s2\">www.transinterqueer.org<\/span><\/a>)<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\" style=\"text-align: left\"><span class=\"s1\">Inter*(auch Inter*mensch, Inter*person), in der Inter* Community gepr\u00e4gter emanzipatorischer Sammelbegriff f\u00fcr die Vielfalt intergeschlechtlicher Realit\u00e4ten und K\u00f6rperlichkeiten. (siehe Trans*)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><span class=\"s1\">Wir sind uns bewusst, dass auch Frauen* T\u00e4terinnen sexualisierter Gewalt sein k\u00f6nnen. Wir sprechen aber im Text von T\u00e4tern, da statistisch gesehen 95-99% der Vergewaltigungen von M\u00e4nnern ver\u00fcbt werden (Quelle: Bundesministerium f\u00fcr Familie, Senioren, Frauen und Jugend). Ebenso sind wir uns bewusst, dass auch Jungen und M\u00e4nner, speziell M\u00e4nner of colour, genauso auch von sexualisierter Gewalt betroffen sein k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 12. M\u00e4rz findet in K\u00f6ln eine Demonstration anl\u00e4sslich des Frauenkampftags statt. Thematisch setzt sich die Demo unter anderem mit rassistischer \u00dcbernahme von Feminismus auseinander, wodurch eine \u00f6ffentliche Debatte \u00fcber struturellen Sexismus und sexuelle Gewalt bewusst vermieden wird. 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