{"id":1709,"date":"2016-09-21T10:53:13","date_gmt":"2016-09-21T08:53:13","guid":{"rendered":"http:\/\/aah.noblogs.org\/?p=1709"},"modified":"2016-09-21T18:07:10","modified_gmt":"2016-09-21T16:07:10","slug":"pm-keine-neonazi-konzerte-im-kentroper-weg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aah.noblogs.org\/?p=1709","title":{"rendered":"PM: Keine Neonazi-Konzerte im Kentroper Weg"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-1711 size-medium\" src=\"https:\/\/aah.noblogs.org\/files\/2016\/09\/flyer-hamm-218x300.jpg\" alt=\"flyer hamm\" width=\"218\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/aah.noblogs.org\/files\/2016\/09\/flyer-hamm-218x300.jpg 218w, https:\/\/aah.noblogs.org\/files\/2016\/09\/flyer-hamm.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 218px) 100vw, 218px\" \/><strong>Hamm.<\/strong> Hammer Neonazis organisieren ein Rechtsrockkonzert, das am 1. Oktober 2016 stattfinden soll. Auf einem Flyer werden Auftritte der Bands\/Projekte \u201eOidoxie\u201c, \u201eZeitnah\u201c und \u201eRenitenz\u201c angek\u00fcndigt, als Veranstaltungsort ist lediglich \u201eHamm\u201c angegeben. Wie in der Szene \u00fcblich, wird das Konzert als vermeintliche \u201eGeburtsfeier\u201c getarnt. [1]<!--more--><br \/>\nWir vermuten, dass dieses Konzert in den R\u00e4umlichkeiten der Neonazis am Kentroper Weg in Hamm stattfinden wird und fordern von der Stadtverwaltung, dieses und weitere neonazistische Konzerte in Hamm zu unterbinden.<\/p>\n<p>In den vergangenen zwei Jahren fanden bereits vier Konzerte von Rechtsrock-Bands im Kentroper Weg statt. Wir bef\u00fcrchten, dass sich dort eine \u00fcberregional bedeutende Location f\u00fcr Neonazi-Musik etabliert hat.<br \/>\nWir gehen davon aus, dass die Konzertveranstaltungen nicht ordnungsrechtlich korrekt angemeldet sind. Liegt eine Genehmigung des Ordnungsamtes f\u00fcr derartige Konzertveranstaltungen vor? Werden baurechtliche und brandschutztechnische Bestimmungen eingehalten, die f\u00fcr ein Konzert vorausgesetzt werden? Ist der Ausschank von Bier genehmigt?<br \/>\nDie Stadtverwaltung muss mit allen ihr zur Verf\u00fcgung stehenden Mitteln, die neonazistischen Konzerte im Kentroper Weg unterbinden. Am n\u00e4chsten Mittwoch wird das Hammer \u201eHandlungskonzept gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit\u201c vorgestellt. Das Handlungskonzept darf kein Lippenbekenntnis bleiben, sondern muss zu konkreten Ma\u00dfnahmen f\u00fchren, welche die Freir\u00e4ume, die sich Neonazis in Hamm herausnehmen, einschr\u00e4nken.\u201c<br \/>\nAls Folge der Konzerte droht eine weitere St\u00e4rkung neonazistischer Strukturen und die Vertiefung der \u00fcberregionalen Vernetzung. Zu dem Konzert am 1. Oktober erwarten wir zirka 100 Neonazis.<br \/>\n\u201eDie den rechten Terrorismus propagierende Band Odioxie besteht seit 20 Jahren und hat viele Fans. Es ist damit zu rechnen, dass auf dem Konzert volksverhetzende Lieder gespielt werden. An- und abreisende Neonazis stellen ebenso eine Gefahr f\u00fcr AnwohnerInnen und PassantInnen dar, die nicht in das rassistische Weltbild der Neonazis passen\u201c, so Michael Tillman, Sprecher der Antifa Hamm.<\/p>\n<p><strong>Anhang 1: Informationen zu den Bands<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u201eZeitnah\u201c<\/strong><br \/>\n\u201eZeitnah\u201c spielten bereits im Januar 2016 zusammen mit dem S\u00e4nger von \u201eProjekt Chaos\u201d in den Hinterhofr\u00e4umlichkeiten am Kentroper Weg 18. Die \u201eAntifaschistische Aktion Hamm\u201c deckte das Konzert im Vorfeld auf. [2]<br \/>\nIn den von \u201eZeitnah\u201c gespielten Liedern f\u00e4llt die Band unter anderem durch unverhohlene Shoah-Verherrlichung und nationalsozialistische Bez\u00fcge auf. Das \u201eDuo Zeitnah\u201c besteht aus zwei Neonazis, die sich \u201eDiggi\u201c und \u201eKlampfe\u201c nennen und als Liedermacher auftreten. Beide sind, beziehungsweise waren, Teil anderer Neonazi-Bands. So spielten sie in der dreik\u00f6pfigen Gruppe \u201eKlampferitis\u201c und einer der beiden Musiker war Teil des Projekts \u201eKlampferitis &amp; Brauni\u201c bzw. \u201eKlampfe &amp; Brauni\u201c. Auf Youtube ver\u00f6ffentlichte Mitschnitte von Auftritten der letztgenannten Liedermacher sind stellenweise zensiert. Die th\u00fcringische Landtagsabgeordnete Katharina K\u00f6nig stellte mehrere parlamentarische Anfragen zur Band \u201eKampferitis\u201c, in der unter anderem berichtet wird, dass ein Song der Gruppe auf der \u201eSchulhof-CD\u201c der <span class=\"caps\">NPD<\/span> im Mai 2012 Anlass f\u00fcr eine Polizeirazzia war, da darin \u2018unverhohlen zum Hass und zu Gewalttaten gegen ausl\u00e4ndische Bev\u00f6lkerungsgruppen und Migranten\u2019 aufgerufen worden sei. Personelle Konstante aller genannten Bands ist Dominque B., genannt \u201eKlampfe\u201c. [3]<\/p>\n<p><strong>\u201eRenitenz\u201c<\/strong><br \/>\n\u201eRenitenz\u201c ist ein \u201eBalladenprojekt\u201c der 2003 gegr\u00fcndeten Neonazi-Band \u201eBreakdown\u201c aus dem H\u00fcnsr\u00fcck. Der S\u00e4nger David Stunk war bereits mehrfach Teilnehmer und Redner auf Neonazi-Demos in Dortmund. [4]<\/p>\n<p><strong>\u201eOidoxie\u201c<\/strong><br \/>\nBesonders hervorzuheben ist \u201eOidoxie\u201c um den Bandleader Marko Gottschalk. Mit ihr kommt eine der bekanntesten und Dienst\u00e4ltesten deutschen Rechtsrock-Bands nach Hamm. [5]<br \/>\nOidoxie wurde 1996 in Dortmund gegr\u00fcndet und trat bereits auf ihrem ersten Album, \u201eKann denn Glatze S\u00fcnde sein\u201c offen nationalsozialistisch auf. Das zweite Album \u201eSchwarze Zukunft\u201c wurde von der Bundespr\u00fcfstelle f\u00fcr jugendgef\u00e4hrdende Schriften indiziert. Weil \u201eOidoxie\u201c auf dem Video \u201eKriegsberichter Vol. 5\u201c zu sehen war, wie sie das \u201eHakenkreuzlied\u201c der Band Kahlkopf (Text: \u201eH\u00e4ngt dem Adolf Hitler den Nobelpreis um. Hie\u00dft die rote Fahne mit dem Hakenkreuz\u201c) spielten, wurde 2002 gegen \u201eOidoxie\u201c ermittelt.<br \/>\nMitglieder von \u201eOidoxie\u201c spielten auch in der Band \u201eWeisse W\u00f6lfe\u201c, deren konspirativ eingespieltes Album \u201eWeisse Wut\u201c enthielt zahlreiche volksverhetzende Texte. So sang die Band in dem Song \u201eUnsere Antwort\u201c: \u201eIhr tut unserer Ehre weh \u2013 Unsere Antwort Zyklon B. (\u2026) F\u00fcr unser Fest ist uns nichts zu teuer \u2013 10.000 Juden f\u00fcr ein Freudenfeuer.\u201c [6] Die Bandmitglieder wurden 2007 vor dem Landgericht Dortmund mangels Beweisen freigesprochen, weil ihnen nicht nachgewiesen werden konnte, wann die CD aufgenommen und dass sie f\u00fcr den deutschen Markt produziert worden war.<br \/>\n\u201eOidoxie\u201c und \u201eWeisse W\u00f6lfe\u201c sind \u201eCombat 18\u201c (C18)-Bands und Teil des internationalen Neonazi-Netzwerks \u201eBlood &amp; Honour\/C18\u201c. In ihren Liedern propagieren sie den \u201eRassenkrieg\u201c und das Konzept des\u201eLeaderless Resistance\u201c, des \u201ef\u00fchrerlosen Widerstand\u201c unabh\u00e4ngig von einander agierender Terrorzellen. So schrieb die Band mit dem Song \u201eTerrormachine\u201c eine Hymne auf \u201eCombat 18\u201c, in der sie skandieren: \u201eWe want our Citys clean. This is the Terrormachine, this is Combat 18\u201c. Im Song \u201eFight together\u201c singen \u201eOidoxie\u201c: \u201eCome on fight together, in the terrorteam. The leaderless resistance, Combat 18\u201c.<br \/>\nAufgrund ihrer Propaganda f\u00fcr den Rechtsterrorismus waren die Band und ihr Umfeld mehrfach Gegenstand des <span class=\"caps\">NSU<\/span>-Untersuchungsausschusses im D\u00fcsseldorfer Landtag. Der <span class=\"caps\">NSU<\/span> orientierte sich ebenfalls am Konzept des \u201eleaderless resistance\u201c. Dortmunder Neonazis stehen in Verdacht im Jahr 2005\/2006 eine Terrorzelle von \u201eCombat 18\u201c gebildet zu haben. [7]<br \/>\nSeit einigen Jahren spielt mit Martin B\u00f6hne, Gitarrist von \u201eOidoxie\u201c, ein Neonazi aus Hamm in der Band. B\u00f6hne trat bei der Kommunalwahl 2014 in Hamm f\u00fcr \u201eDie Rechte\u201c an.<\/p>\n<p><strong>Anhang 2: Vergangene Konzerte in den R\u00e4umlichkeiten am Kentroper Weg<\/strong><br \/>\n21. Februar 2015: Konzert mit \u201eBreakdown\u201c , anwesend waren Nazis der JN, <span class=\"caps\">NPD<\/span> und aus den Niederlanden<br \/>\n20. Mai 2015: Konzert mit dem S\u00e4nger der Rechtsrockband \u201eProjekt Chaos\u201c<br \/>\n17. Januar 2016: Konzert mit \u201eZeitnah\u201c und \u201eProjekt Chaos\u201c<br \/>\n6. August 2016: Konzert mit dem Liedermacher \u201eFylgien\u201c<\/p>\n<p><strong>Anmerkungen:<\/strong><\/p>\n<p>[1] Bei \u201eFetzo\u201c handelt es sich um den Hammer Dennis de Piccoli (ex-\u201cKameradschaft Hamm\u201c\/\u201cDie Rechte\u201c). Mit \u201eLupi\u201c ist ein Neonazi aus M\u00fcnster gemeint. Als Kontaktadresse ist die Email fetzo78@gmx.de angegeben.<br \/>\n[2] siehe Pressemitteilung und Bericht der Antifaschistischen Aktion Hamm: <a href=\"https:\/\/aah.noblogs.org\/?p=1573\">https:\/\/aah.noblogs.org\/?p=1573<\/a> und <a href=\"https:\/\/aah.noblogs.org\/?p=1578\">https:\/\/aah.noblogs.org\/?p=1578<\/a><br \/>\n[3] <a href=\"https:\/\/www.lotta-magazin.de\/nrwrex\/2016\/01\/ham-rechtsrock-konzert-heute-abend-hamm\">https:\/\/www.lotta-magazin.de\/nrwrex\/2016\/01\/ham-rechtsrock-konzert-heute-abend-hamm<\/a> und <a href=\"https:\/\/haskala.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/anfrage_klampferitisnachgefrag t.pdf%20\">https:\/\/haskala.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/anfrage_klampferitisnachgefrag t.pdf%20<\/a><br \/>\n[4] Tobias Hoff: \u201eSzeneband. Bandportrait: Breakdown\u201c, online:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.lotta-magazin.de\/ausgabe\/50\/szeneband\">https:\/\/www.lotta-magazin.de\/ausgabe\/50\/szeneband<\/a><br \/>\n[5]Jan Raabe: \u201ePropagandisten des Rechtsterrorismus. Die Dortmunder Band Oidoxie\u201c, online: <a href=\"https:\/\/www.lotta-magazin.de\/ausgabe\/62\/propagandisten-des-rechtsterrorismus\">https:\/\/www.lotta-magazin.de\/ausgabe\/62\/propagandisten-des-rechtsterrorismus<\/a><br \/>\n[6] Jan Spreuk und Pierre Briegert: \u201cOidoxie\u201d und \u201cWeisse W\u00f6lfe\u201dunter Druck, online: <a href=\"https:\/\/www.lotta-magazin.de\/damals\/pdf\/12\/oidoxie.pdf\">https:\/\/www.lotta-magazin.de\/damals\/pdf\/12\/oidoxie.pdf<\/a><br \/>\n[7] Rechte <span class=\"caps\">NRW<\/span>-Bands und ihre N\u00e4he zum Terror, online: <a href=\"http:\/\/www1.wdr.de\/archiv\/nsu\/nsu-untersuchungsausschuss-nrw-rechte-musikszene-100.html\">http:\/\/www1.wdr.de\/archiv\/nsu\/nsu-untersuchungsausschuss-nrw-rechte-musikszene-100.html<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hamm. Hammer Neonazis organisieren ein Rechtsrockkonzert, das am 1. Oktober 2016 stattfinden soll. 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