{"id":1950,"date":"2018-10-08T11:40:59","date_gmt":"2018-10-08T09:40:59","guid":{"rendered":"https:\/\/aah.noblogs.org\/?p=1950"},"modified":"2018-10-08T11:40:59","modified_gmt":"2018-10-08T09:40:59","slug":"redebeitrag-3-oktober-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aah.noblogs.org\/?p=1950","title":{"rendered":"Redebeitrag 3. Oktober 2018"},"content":{"rendered":"<p><strong>Hier findet ihr unsere Redebeitrag, den wir auf der Demonstration des <a href=\"http:\/\/haekelclub590.de\">haekelclub590<\/a> gehalten haben. Darin behandeln wir die neusten Aktivit\u00e4ten der Neonazis.<\/strong><\/p>\n<p>Liebe Freundinnen und Freunde, es freut uns, dass ihr heute alle zu der Demonstration gekommen seid, um gegen Neonazis und den Rechtsruck zu demonstrieren. Wir denken es ist allerh\u00f6chste Zeit, um einem \u00f6ffentlichen wiedererstarken der Neonaziszene entgegenzutreten. Wir stehen hier in direkter N\u00e4he zu ihrem vermeintlichen \u201eNationalen Zentrum\u201c und m\u00f6chten euch hiermit einen kleinen Abriss \u00fcber die Aktivit\u00e4ten der Neonazis geben.<\/p>\n<p>Im Januar ver\u00f6ffentlichten wir einen R\u00fcckblick zu den Aktivit\u00e4ten der Neonazis, der letzten zwei Jahre und griffen die Aussagen des Verfassungsschutzberichtes auf, der den \u201eDie Rechte\u201c Kreisverband Hamm als deutlich weniger aktiv bezeichnete. Obwohl sich die Neonazis lediglich aus der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung zur\u00fcckzogen haben, waren sie in dem Zeitraum nie verschwunden. So beschmierten sie beispielsweise 2016 das Parteib\u00fcro von \u201eDie Linke\u201c sowie den Moscheebau in Herringen mit Hakenkreuzen und Nazi-Parolen. Zudem organisierten Sie in den Jahren 2016 und 17 mindestens elf Rechtsrockkonzerte. Sie versuchten in der Fanszene der Hammer Spielvereinigung Fu\u00df zu fassen und dort eine eigene Gruppe aufzubauen. Mehrmals kam es bei Spielen zu neonazistischen Ausschreitungen, darunter Platzst\u00fcrme, Hitlergr\u00fc\u00dfe oder rassistische Beleidigungen gegen gegnerische Fans und Spieler. Dies sind nur einige Beispiele, die verdeutlichen sollen das in der Zeit der letzten zwei Jahre von einem Verschwinden der Neonaziszene oder einem deutlichen Aktivit\u00e4tsr\u00fcckgang in Hamm nicht gesprochen werden kann.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Von daher ist es wenig \u00fcberraschend, dass im M\u00e4rz diesen Jahres die Neonazis zur\u00fcck in die \u00d6ffentlichkeit getreten sind und bereits zwei Kundgebungen und eine Demonstration durchgef\u00fchrt haben. Dazu wurde eine neue Facebook-Seite eingerichtet, die sich \u201eNationaler Aufbruch Hamm\u201c nennt. In deren vermeintlichen \u201eSelbstverst\u00e4ndnis\u201c steht, sie seien ein Zusammenschluss des lokalen Kreisverbandes von \u201eDie Rechte\u201c und \u201eparteifreien Kr\u00e4ften\u201c. Die Neonazis versuchen hiermit nicht einmal mehr den Anschein zu erzeugen eine Partei zu sein, sondern kn\u00fcpfen wieder an die Traditionen der 2012 verbotenen Kameradschaft Hamm an. Dazu geh\u00f6rt auch das die Neonazis Anfang M\u00e4rz, das 15 -j\u00e4hrige Bestehen eben jener Kameradschaft Hamm mit einem Liedermacherabend in ihrem sogenannten \u201eNationalen Zentrum\u201c feierten, parteipolitische Arbeit sucht man hingegen vergeblich. Es zeichnet sich ab, das Verbot vor sechs Jahren hat nichts gebracht. Eine organisierte Neonaziszene kann nur durch konsequentes Handeln aller gestoppt werden und nicht durch Verbote, kleinreden seitens der Stadt oder gar den unterst\u00fctzenden Verfassungsschutz.<\/p>\n<p>In Hamm zeigt sich wie die Neonazis gefestigte Strukturen aufbauen, wenn ihnen nicht Einhalt geboten wird. Mit ihren oben bereits genannten R\u00e4umlichkeiten verf\u00fcgen sie seit 2012 \u00fcber einen zentralen Treffpunkt f\u00fcr radikale Rechte aus der gesamten Region. Zudem bietet die Lokalit\u00e4t Raum f\u00fcr Konzerte, Vortr\u00e4ge und andere Veranstaltungen. Allein in diesem Jahr fanden mindestens sieben Konzerte oder Liedermacherabende statt. Dass die Hammer Neonazis nicht unbedeutend im Rechtsrock-Gesch\u00e4ft sind, zeigt sich schon an der Tatsache, dass nachdem das bundesweit bekannte Nazigro\u00dfkonzert \u201eRock gegen \u00dcberfremdung\u201c kurz vor dessen beginn abgesagt werden musste, im Kentroper Weg in k\u00fcrzester Zeit eine Ersatz-Veranstaltung organisiert wurde. Hinzu kommt noch, dass sie innerhalb der Rechtsrockszene durch die jahrelange Etablierung Hamms als Ort an dem ungest\u00f6rt durch Stadt und Polizei Konzerte gefeiert werden k\u00f6nnen, einen gewissen Status erreicht haben. Zudem besitzen sie durch eine sehr gute Vernetzung und pers\u00f6nliche Kontakte oder \u00dcberschneidungen von lokalen Neonazimusikern mit bedeutenden Bands die F\u00e4higkeit Szenegr\u00f6\u00dfen nach Hamm zu holen. So spielten, um zwei Beispiele zu nennen, die bundesweit bekannte Hooligan Band Kategorie C nach einer Kundgebung im M\u00e4rz in Hamm und Ende Mai trat Michael Regener alias Lunikoff, der ehemalige S\u00e4nger der verbotenen Band Landser im Kentroper Weg auf. Dabei wird die Bedeutung der Rechtsrock-Konzerte f\u00fcr die Neonazi-Szene oftmals verkannt. Es handelt sich nicht nur um harmlose Musikveranstaltungen. Konzerte sind ein wichtiger Teil der neonazistischen Erlebniswelt: sie schaffen Gemeinschaftserlebnisse und Kommunikationsorte. Politische Inhalte werden emotional aufgeladen pr\u00e4sentiert und Konzerte schaffen Selbstvergewisserung. Dazu kommt das sie eine wichtige Einnahmequelle f\u00fcr die Szene sind. Mit dem Geld wird die politische Arbeit finanziert oder Prozesskosten verurteilter Neonazis bezahlt.<\/p>\n<p>Jedoch sind die Nazis nicht nur im Bereich des Rechtsrock bestens vernetzt. Enge Kontakte bestehen seit Jahren zur rechtsradikalen Szene nach Chemnitz, Chemnitzer Neonazis besuchen des \u00d6fteren Hamm und Hammer Kamerad_innen reisten Anfang September zu den rassistischen Ausschreitungen in den Osten. Ebenfalls bestehen hervorzuhebende Verbindungen zu den Jungen Nationalisten und der <span class=\"caps\">NPD<\/span>. Hammer Faschist_innen nahmen am 3, Europakongress der Jungen Nationalisten in Riesa teil und \u00fcbernahmen dort medientechnische Aufgaben, wie das Erstellen von Fotos und Werbevideos. Sie nahmen zudem noch am Leistungsmarsch der JN teil, sowie an einer h\u00e4ufig zu Vernetzung genutzten Brauchtumsfeier der <span class=\"caps\">NPD<\/span> in Celle und besuchten Mitte September mit einer Delegation den JN-Gemeinschaftstag in Braunschweig. Doch nicht nur deutschlandweit bestehen Verbindungen. Auf der Mobilisierungskundgebung Ende M\u00e4rz f\u00fcr die \u201cEuropa Erwache\u201d Demonstration in Dortmund, sprach ein Neonazi aus Ungarn Gru\u00dfworte. Zirka eineinhalb Monate zuvor besuchten Neonazis aus Hamm und Dortmund den von dem seit 2000 in Deutschland verbotenen \u201cBlood and Honour\u201d Netzwerk organisierten \u201cDay of Honour\u201d. Einer neonazistischen Veranstaltung, welche die Schlacht um Budapest im Jahre 1944 verkl\u00e4rt. Dort werden zusammen Konzerte gefeiert, sich vernetzt und eine Wanderung, die den Ausbruch der Nazi-Armee nachstellen soll, abgehalten. An all diesen Aktivit\u00e4ten in Ungarn haben Hammer Neonazis teilgenommen.<\/p>\n<p>Die Neonazis beschr\u00e4nken sich aber nicht auf Konzerte und Vernetzungsarbeit. Sie griffen bundesweit inszenierte Kampagnen auf, wie die f\u00fcr die seit Mai inhaftierte Shoa-Leugnerin Ursula Haverbeck oder f\u00fcr die He\u00df-Demonstration in Berlin. Im Zuge der Kampagnen verklebten sie Plakate, h\u00e4ngten Banner an Br\u00fccken auf, verteilten Flyer oder schmierten Grafitti unter Autobahnbr\u00fccken. Sie besuchen regelm\u00e4\u00dfg bundesweite Demonstrationen, wie zum Beispiel den \u201cTag der deutschen Zukunft\u201d oder die bereits erw\u00e4hnten Veranstaltungen. Dort \u00fcbernehmen sie meist medientechnische Aufgaben und ver\u00f6ffentlichen im Anschluss Fotos und Videos.<\/p>\n<p>Es zeigt sich, dass die Verharmlosung durch die Stadt und den Verfassungssschutz nicht zutreffend sind. Entgegen der Behauptungen versuchen die Neonazis hier immer weiter Fu\u00df zu fassen. Wir nehmen das nicht hin! Im Kampf gegen die lokalen Nazistrukturen k\u00f6nnen wir uns nicht auf die Polizei oder die Stadt Hamm verlassen. Wir werden es weiterhin nicht hinnehmen, dass sich Nazis in Hamm ungest\u00f6rt organiseren, ihre Freir\u00e4ume ausbauen und ihre Propaganda verbreiten. Wir sind mit diesem Anliegen nicht allein. Es gibt in Hamm eine Zivilgesellschaft, die diesen Zustand nicht akzeptiert. Es gibt Menschen und Gruppen, die gegen ein Nazizentrum in der Stadt k\u00e4mpfen. Also lasst uns alle zusammenstehen und gemeinsam die Neonazis aus unseren Wohnvierteln, Kneipen, Stadien und \u00fcberall sonst vertreiben, denn wir wollen keinen einzigen Millimeter f\u00fcr Nazis.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier findet ihr unsere Redebeitrag, den wir auf der Demonstration des haekelclub590 gehalten haben. Darin behandeln wir die neusten Aktivit\u00e4ten der Neonazis. 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