{"id":1956,"date":"2018-11-04T19:16:39","date_gmt":"2018-11-04T18:16:39","guid":{"rendered":"https:\/\/aah.noblogs.org\/?p=1956"},"modified":"2018-11-04T19:16:59","modified_gmt":"2018-11-04T18:16:59","slug":"aufruf-keine-buehne-fuer-aluhuete-noawk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aah.noblogs.org\/?p=1956","title":{"rendered":"Aufruf: Keine B\u00fchne f\u00fcr Aluh\u00fcte! #noAWK"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1957\" src=\"https:\/\/aah.noblogs.org\/files\/2018\/11\/StickerAwk.jpg\" alt=\"\" width=\"898\" height=\"1264\" srcset=\"https:\/\/aah.noblogs.org\/files\/2018\/11\/StickerAwk.jpg 898w, https:\/\/aah.noblogs.org\/files\/2018\/11\/StickerAwk-213x300.jpg 213w, https:\/\/aah.noblogs.org\/files\/2018\/11\/StickerAwk-768x1081.jpg 768w, https:\/\/aah.noblogs.org\/files\/2018\/11\/StickerAwk-727x1024.jpg 727w\" sizes=\"auto, (max-width: 898px) 100vw, 898px\" \/><\/p>\n<p><strong>Wir unterst\u00fctzen und teilen den Aufruf zum Protest gegen den &#8222;Alternativen Wissenskongress&#8220;. <\/strong><strong>Am 11. November gegen Antisemitismus und Verschw\u00f6rungsideologien auf die Stra\u00dfe<\/strong><strong>!<\/strong><\/p>\n<p><strong>Weitere Infos und Updates findet ihr hier:<\/strong> <a href=\"http:\/\/antifaunited.blogsport.de\/\"><strong>http:\/\/antifaunited.blogsport.de\/<\/strong><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Keine B\u00fchne f\u00fcr Aluh\u00fcte! #noAWK<\/strong><\/p>\n<p>2018 l\u00e4dt der <em>Verein zur F\u00f6rderung des politischen Dialogs e.V.<\/em> zum 4. Alternativen Wissenskongress (AWK). Klingt nett, oder? Bei dem Kongress handelt sich allerdings um ein Event f\u00fcr und mit Verschw\u00f6rungsideolog_innen jeglicher Couleur, bei dem Verein um einen Haufen AfD-Aktivist_innen, die u.a. besagte Verschw\u00f6rungsideolog_innen gerne an ihre Partei binden m\u00f6chten.<!--more--><\/p>\n<p><strong>AWK und AfD \u2013 (k)eine Lovestory<\/strong><\/p>\n<p>Der erste Kongress dieser Art fand 2015 in Witten statt. Zu Beginn organisierten diesen noch die AfD-Bezirksverb\u00e4nde in NRW. Auftreten sollten ausgewiesene Gr\u00f6\u00dfen der verschw\u00f6rungsideologischen Szene: der extrem rechte Compact-Verleger J\u00fcrgen Els\u00e4sser, der ebenfalls am rechten Rand wandelnde Karl-Albrecht Schachtschneider, Eberhard Hamer und Wissensmanufaktur-Initiator Andreas Popp. Das war \u2013 nach kritischer Berichterstattung \u2013 selbst dem damals noch in der AfD aktiven Fl\u00fcgel um Bernd Lucke zu viel. Nachdem dieser unter den Referenten \u201eVerschw\u00f6rungstheoretiker und Wirrk\u00f6pfe\u201c identifizierte, distanzierten sich Lucke und weitere Teile der AfD vom Kongress. In der Folge machten auch die AfD-Bezirksverb\u00e4nde einen R\u00fcckzieher, in die Bresche sprang besagter <em>Verein zur F\u00f6rderung des politischen Dialogs e.V.<\/em>, der allerdings nur ein neues Label f\u00fcr dasselbe Orga-Team darstellte. AfD-Funktion\u00e4re wie Ingo Schumacher, Nic Vogel, Udo Hemmelgarn oder Sebastian Schulze planten nun unter dem Deckmantel des Vereins munter an ihrem Kongress weiter. Bis heute wird der Kongress von dem Verein organisiert. Ge\u00e4ndert hat sich nur das Prestige, das damit einhergeht.<br \/>\nWaren der Kongress und seine Organisator_innen 2015 noch umstritten, f\u00fchrte der weitere Rechtsruck der AfD und das Wegbrechen des neoliberaleren Fl\u00fcgels dazu, dass sich Vogel beispielsweise Platz neun der Kandidat_innenliste der NRW-AfD f\u00fcr die Landtagswahl 2017 sichern konnte. Bei seiner Vorstellung br\u00fcstete er sich, Teil des Orga-Teams des AWK zu sein. Er sitzt heute im Landtag.<\/p>\n<p>Dass sich AfD-Aktive um Menschen bem\u00fchen, die \u00fcberall gro\u00dfe Verschw\u00f6rungen am Werk sehen, ist nicht verwunderlich. Bereits beim Auftauchen der sogenannten \u201eMontagsmahnwachen\u201c wurde auf deren Anschlussf\u00e4higkeit an rechte Positionen bis hin zur \u00dcbernahme derselben hingewiesen. F\u00fcr die rechte Partei stellen diese Menschen also nicht zuletzt Stimmpotential dar. Vor allem aber vertreten gro\u00dfe Teile der AfD selbst Verschw\u00f6rungstheorien, die sich mit denen verschiedener Teile der Szene decken. Die Rede von der angeblichen \u201eL\u00fcgenpresse\u201c, der Glaube an einen \u201eKlima-Schwindel\u201c, an \u201eIslamisierung\u201c und \u201eUmvolkung\u201c, an eine staatliche Finanzierung \u201eder Antifa\u201c oder strukturell antisemitische Chiffren von einer angeblichen Verschw\u00f6rung etwa einer \u201eglobalisierten Klasse\u201c sind ebenso Teil des ideologischen Repertoires der Partei wie der unterschiedlicher Fraktionen der selbsternannten \u201eAufgekl\u00e4rten\u201c. Neben dem Werben um neue Mitglieder und W\u00e4hler_innen haben AfD-Mitglieder also auch ein eigenes Interesse an einem Event wie dem AWK: Es entspricht ihrer eigenen Weltsicht.<\/p>\n<p><strong>Mehr als nur Verwirrte und Irre<\/strong><\/p>\n<p>Nach drei Kongressen in drei Jahren und einem \u201eAlternativen Netzwerktreffen\u201c 2016 soll der AWK am 11. November in die vierte Runde gehen. Inzwischen hat er sich gut etabliert. Schlie\u00dflich ist f\u00fcr jede_n was dabei: Chemtrail-Gl\u00e4ubige konnten sich etwa auf einen Auftritt von Christoph H\u00f6rstel freuen, Putin-Fans kommen genauso auf ihre Kosten wie Reichsb\u00fcrger_innen und Klimawandelleugner_innen. Auch f\u00fcr die extreme Rechte ist der Kongress spannend. Wenn diese von der \u201ej\u00fcdischen Weltverschw\u00f6rung\u201c oder dem \u201eVolkstod\u201c reden, ist das zwar weniger verklausuliert als der \u00fcbliche Verweis auf eine omin\u00f6se \u201eOstk\u00fcste\u201c und \u201eRothschilds\u201c oder die Rede von der \u201eUmvolkung\u201c, kommt aber trotzdem gut an. Dar\u00fcber hinaus geh\u00f6rt es bei den allermeisten Verschw\u00f6rungstheoretiker_innen zum guten Ton, den Schulterschluss auch mit Neonazis zu suchen \u2013 schlie\u00dflich denke man ja nicht in Kategorien wie \u201erechts\u201c und \u201elinks\u201c. Von der AfD ist eine Distanzierung, die \u00fcber Lippenbekenntnisse hinausgeht, ohnehin nicht zu erwarten.<\/p>\n<p>Dass neben Neonazis aber auch die \u00fcbrigen Teilnehmer_innenspektren nicht zu untersch\u00e4tzen sind, ergibt sich nicht zuletzt aus ebendiesen Verschw\u00f6rungsfantasien. Wer anderer Meinung ist, gilt im besten Fall als \u201everblendet\u201c und im schlechteren Fall als Teil oder Profiteur_in ebendieser finsteren Verschw\u00f6rung. Informationen, die ins Weltbild passen, sind eine Best\u00e4tigung. Informationen, die das nicht tun, werden als gezielte Falschinformationen der Verschw\u00f6rer_innen abgelehnt. Wer davon \u00fcberzeugt ist, so einer \u00fcberm\u00e4chtigen, alles kontrollierenden Verschw\u00f6rung d\u00e4monischer M\u00e4chte gegen\u00fcberzustehen, welche die eigene Existenz bedrohen, f\u00fchlt sich dann auch schon einmal dazu berechtigt, zur\u00fcckzuschlagen. Wohin dieser Verschw\u00f6rungswahn f\u00fchren kann, zeigen etwa Reichsb\u00fcrger_innen, die Waffen horten und vereinzelt auch benutzen, oder Rechte, die im Internet Umsturzpl\u00e4ne schmieden und \u201eFeindeslisten\u201c anlegen.<\/p>\n<p><strong>AWK? WTF!<\/strong><\/p>\n<p>Der AWK in diesem Jahr wird beworben als \u201e1. AWK-Akademie\u201c, unterscheidet sich aber nicht wirklich von den vorangegangenen Kongressen. Ein Fokus liegt auf der Vermittlung von Handlungsoptionen und der Vernetzung der Teilnehmer_innen. Auffallend ist dabei, dass die Referent_innen in diesem Jahr \u00fcberwiegend aus dem eigenen AfD\/AWK-Stall stammen. Eberhard Hamer und Rico Albrecht traten bereits bei vergangenen AWKs auf. Hinzu kommen mit Rainer Rothfu\u00df, Leyla Bilge und Myriam Kern gleich drei AfD-Mitglieder.(1)<br \/>\nDie angek\u00fcndigten Referent_innen und die Erfahrung aus den letzten Jahren zeigen, womit auch in diesem Jahr beim AWK zu rechnen ist: ein bunter Strau\u00df an verschw\u00f6rungsideologischen Inhalten zwischen antisemitischen und antiamerikanistischen Ressentiments, Rassismus, Putin-Anhimmelung, Untergangs- und Querfrontfantasien mit der geh\u00f6rigen Portion Nationalismus f\u00fcr ein Spektrum, das vom sich etwas intellektueller w\u00e4hnenden Neonazi \u00fcber b\u00fcrgerliche Rassist_innen bis hin zur sich \u201eeher links\u201c verstehenden Trutherin reicht. Dazu kommt eine AfD, die versucht, sich als Sprachrohr dieser Konstellation zu etablieren.<br \/>\nGegen diese Allianz der verk\u00fcrzten Welterkl\u00e4rungen und Wahnvorstellungen ist ein emanzipatorischer Einspruch dringend n\u00f6tig. In Zeiten von \u201eFake News\u201c und \u201ealternativen Fakten\u201c braucht es eine klare Absage an Verschw\u00f6rungsdenken und Querfrontbestrebungen. Es handelt sich dabei nicht um eine irgendwie in die richtige Richtung gehende, aber (noch) nicht vollendete Kapitalismuskritik sondern um die r\u00fcckschrittliche Suche nach Feindbildern, anhand derer sich die Welt in Gut und B\u00f6se teilen l\u00e4sst. Es ist ein rechter Kongress mit rechten Referent_innen, zu dem im besten Falle \u201enur\u201c rechtsoffene Personen gehen.<br \/>\nDeshalb sagen wir: Wer den AWK einl\u00e4dt, l\u00e4dt auch uns ein. Am 11. November werden wir gegen den Kongress der Aluh\u00fcte auf die Stra\u00dfe gehen. Bislang trauen sich die Organisator_innen wie auch im vergangenen Jahr nicht, den Veranstaltungsort bekannt zu geben. Verwiesen wird auf den Raum \u201eDortmund \/ Unna\u201c. Haltet euch deshalb auf dem Laufenden, informiert eure Freund_innen und streicht euch den Tag im Kalender an. Beteiligt euch an den Aktionen gegen den AWK 2018!<\/p>\n<p><strong>Keine B\u00fchne f\u00fcr Aluh\u00fcte!<br \/>\nGegen Verschw\u00f6rungsdenken und Antisemitismus!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir unterst\u00fctzen und teilen den Aufruf zum Protest gegen den &#8222;Alternativen Wissenskongress&#8220;. Am 11. November gegen Antisemitismus und Verschw\u00f6rungsideologien auf die Stra\u00dfe! 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