{"id":347,"date":"2011-03-13T11:26:35","date_gmt":"2011-03-13T10:26:35","guid":{"rendered":"http:\/\/aah.noblogs.org\/?p=347"},"modified":"2011-03-16T11:34:40","modified_gmt":"2011-03-16T10:34:40","slug":"8-9-april-2011-let%e2%80%99s-destroy-the-myth-of-stolberg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aah.noblogs.org\/?p=347","title":{"rendered":"8. &amp; 9. April 2011: Let\u2019s Destroy the Myth of Stolberg!"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Let\u2019s destroy the Myth of Stolberg! \u2013 Das Nazi-Event platzen lassen!<\/strong><\/h2>\n<p>Im vierten Jahr in Folge wollen Nazis aus dem gesamten Bundesgebiet, Belgien und den Niederlanden am 8. und 9. April in Stolberg zwei Aufm\u00e4rsche an einem Wochenende durchf\u00fchren. Bei diesen kommen j\u00e4hrlich 500 bis 800 Neonazis, vor allem aus Kreisen der \u201cFreien Kameradschaften\u201d, der \u201cAutonomen Nationalisten\u201d sowie der NPD zusammen, um ihre rassistischen Deutungen in Stellung zu bringen. Die Nazis instrumentalisieren den Tod eines jungen Mannes und versuchen die Umdeutung zu einem M\u00e4rtyrergedenken. Der Get\u00f6tete \u2013 gestorben bei einer Auseinandersetzung aufgrund von Beziehungsstreitigkeiten unter jungen M\u00e4nnern \u2013 wird von den Nazis zu einem der ihren stilisiert, der Angreifer hingegen zum Symbolbild \u201cantideutscher\u201d Gewalt, mit der sich die \u201cVolksdeutschen\u201d tagt\u00e4glich konfrontiert sehen. In den letzten Jahren ist ihnen dabei vergleichsweise wenig antifaschistischer Widerstand entgegen geschlagen, 2011 wird sich dies \u00e4ndern!<br \/>\nEnde 2010 hat sich nach jahrelangem Ringen zum ersten Mal ein breiteres B\u00fcndnis gebildet, das den Nazi-Aufmarsch effektiv und entschlossen verhindern will. Diesem Ziel sieht sich auch die Antifa-Kampagne \u201cDestroy the Myth of Stolberg!\u201d verpflichtet. Wir begr\u00fc\u00dfen deshalb die Bestrebungen des \u201eB\u00fcndnisses gegen den Naziaufmarsch in Stolberg 2011\u201c, die Aufm\u00e4rsche zu blockieren, und werden unseren Teil dazu beitragen.<\/p>\n<h2>\n<strong>Stolberg \u2013 alle Opfer?<\/strong><\/h2>\n<p>Bereits Stunden nach dem Vorfall am 4.April 2008 diskutierten Nazis in ihren Foren das Ereignis. Schnell stand fest, dass weit \u00fcber die Region hinaus Nazis den Tod des jungen Mannes f\u00fcr sich zu vereinnahmen versuchten. Genauso wie Kevin P. zu einem M\u00e4rtyrer und \u201eKameraden\u201c stilisiert wurde, konstruierte die NS-Szene den f\u00fcr die Tat verhafteten Staatenlosen als \u201eAusl\u00e4nder\u201c. Allein im April 2008 folgten von Naziseite zwei Aufm\u00e4rsche \u2013 Die Mythenbildung hatte begonnen.<br \/>\nSeitdem versucht die Nazi-Szene in Stolberg ein symbolisches Datum, ein Gro\u00dfereignis zu etablieren. Es wird ein Bild gezeichnet, nachdem die Tat nur ein weiteres Beispiel f\u00fcr eine st\u00e4ndige Verfolgung \u201eder Deutschen\u201c, der Nationalist_innen durch Migrant_innen, durch Linke und durch eine breite \u00d6ffentlichkeit sei, gegen die sie sich gemeinsam, entschlossen und gewaltsam zur Wehr setzen m\u00fcssten. Deshalb spielt es bei den Nazis mittlerweile auch immer weniger eine Rolle, ob Kevin jetzt ein \u201eKamerad\u201c war oder nicht, er war schlie\u00dflich Deutscher und das reicht, um sich als Opfer zu inszenieren.<\/p>\n<h2>\n<strong>Den antifaschistischen Selbstschutz organisieren!<\/strong><\/h2>\n<p>Es ist nicht verwunderlich, dass die Aufm\u00e4rsche in Stolberg mit einem Anstieg von Nazi-Aktivit\u00e4ten in Aachen einher gehen. Diese zeigten sich vor allem in gezielten Angriffen und Einsch\u00fcchterungskampagnen gegen Antifaschist_innen und andere vermeintliche Gegner_innen sowie deren Familien, Privatwohnungen und linken Einrichtungen. Allein im Jahr 2010 gab es Dutzende dieser \u00dcbergriffe. Bewaffnete Angriffe auf AZ-Besucher_innen, drive-by-shootings, sowie unz\u00e4hlige geplante \u00dcbergriffe auf vermeintliche \u201eZecken\u201c und \u201eAusl\u00e4nder\u201c in der Aachener City; ganz zu schweigen von unz\u00e4hligen NS-Schmierereien in der ganzen Region, wie beispielsweise die Verh\u00f6hnung des j\u00fcdischen Friedhofs in Aachen. Und nicht zuletzt: Ein \u00dcberraschungspaket \u201eAn die Antifa\u201c vor dem AZ, f\u00fcr das eigens Sprengstoffspezialist_innen aus D\u00fcsseldorf zur Entsch\u00e4rfung anr\u00fcckten.<\/p>\n<h2>\n<strong>Nazis fallen auch in Stolberg nicht vom Himmel!<\/strong><\/h2>\n<p>Dass Nazis irgendwie nerven, ist nicht nur aus linken Kan\u00e4len zu vernehmen. Die gro\u00dfen und erfolgreichen Blockaden von K\u00f6ln bis Dresden zeigen, dass so einige Protagonist_innen des demokratischen Normalvollzugs sich \u201eAntifaschismus\u201c auf die Fahne schreiben.<br \/>\nSelbst die Stolberger Ortsgruppe der Jungen Union verdammt die in \u201eihrer\u201c Stadt auflaufenden Nazis in einer Presseerkl\u00e4rung als \u201eDemokratiefeinde\u201c. Doch richtet sich diese Erkl\u00e4rung nicht in erster Linie gegen den Nazi-Aufmarsch. Anlass ihres Schreibens ist die Kritik an einem \u00f6ffentlichen Blockadetraining des gro\u00dfen antifaschistischen B\u00fcndnisses. Diese darin ausgedr\u00fcckte Haltung der \u201eDagegen-Mentalit\u00e4t\u201c impliziere eine \u201eEskalation\u201c und eine \u201eErschwernis f\u00fcr unsere Polizeikr\u00e4fte\u201c, deren \u201eMehraufwand\u201c letztendlich nichts weiter als ein erh\u00f6hter Einsatz von Steuergeldern bewirke, so die Junge Union.<br \/>\nKr\u00f6nung des Ganzen: ein mit \u201eBesorgnis\u201c zur Kenntnis genommener \u201eLinksruck\u201c s\u00e4mtlicher Jugendorganisationen, die sich mit diesem Haufen von \u201eExtremisten\u201c auch noch solidarisieren.<br \/>\nUmso besser f\u00fcr das \u201eStolberger B\u00fcndnis gegen Radikalismus\u201c. Dieses benennt durch seinen Titel bereits das Kind beim Namen. Das \u201epartei- und spektren\u00fcbergreifende B\u00fcndnis\u201c inszeniert sich als gro\u00dfes, b\u00fcrgerliches Bollwerk gegen das unpopul\u00e4re Nazievent in ihrer glorifizierten \u201eKupferstadt\u201c. Neben den Standortverwaltern von den Gr\u00fcnen, der CDU und dem Integrationsrat bleibt eben kein Platz f\u00fcr \u201eRadikale\u201c. Stolz verk\u00fcnden sie auf ihrer Homepage: \u201eWir sind Stolberg, Nazis sind es nicht.\u201c<br \/>\nW\u00e4hrend das lokalpatriotische \u201eStolberger B\u00fcndnis gegen Radikalismus\u201c in den letzten Jahren darauf beharrte, am Tag des Aufmarsches die Innenstadt zu buchen, um dort Bratw\u00fcrste zu essen und einen bisschen Wahlkampf zu spielen \u2013 radikal NICHTradikal \u2013 gegen die rechten Schmuddelkinder, versteht sich, sind dieses Jahr andere T\u00f6ne zu h\u00f6ren. Die geplanten Blockaden des \u201eB\u00fcndnis gegen den Naziaufmarsch in Stolberg 2011\u201c seien diesmal zu tolerieren. Allerdings hat das \u201eEngagement\u201c des \u201eStolberger B\u00fcndnis gegen Radikalismus\u201c Spuren hinterlassen. W\u00e4hrend die Altstadt Stolbergs frei bleibt vom Neonazi-Aufmarsch, was eine wesentliche Forderung war, marschiert der braune Mob durchs sog. Migrantenviertel \u201edie M\u00fchle\u201c.<\/p>\n<h2>\n<strong>Radikal gegen Anti-Radikalismus oder: Linker Antifaschismus bleibt konsequent!<\/strong><\/h2>\n<p>Wenn selbst die Junge Union und das \u201eB\u00fcndnis gegen Radikalismus\u201c den Begriff \u201eAntifaschismus\u201c besetzen, besteht umso mehr die Notwendigkeit nach einem klar formulierten, eben sehr wohl radikalem linkem Antifaschismus.<br \/>\nDenn radikaler Antifaschismus hei\u00dft, sich die Ursachen anzuschauen und ebendiese anzugreifen. Ob das nun Nationalismus ist, ein ordnungspolitischer Habitus, das Streben nach Reinheit und Homogenit\u00e4t, ob das M\u00e4nnerkult, Rassismus oder die Liebe zum starken Staat ist, all diese Elemente finden sich mitten in der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft. Und wie leicht auch der f\u00fcr etliche totgeglaubte v\u00f6lkischer Rassismus wieder zur Tagesordnung werden kann, bewiesen uns unl\u00e4ngst Sarrazin und Co.<br \/>\nUnd ob nun Nazis, Sarrazin &amp; seine Fans oder der b\u00fcrgerliche Karnevalsverein gegen Radikalismus \u2013 allgemeines Motto bleibt f\u00fcr uns: \u201eStill not loving Germany\u201c. Es gilt den Nazis entgegenzutreten und den Musterdemokrat_innen des rassistischen Normalvollzugs auf dem Rathausplatz die Show zu stehlen.<br \/>\n<strong>In diesem Sinne: first things first: Let\u2019s destroy the Myth of Stolberg! Am 8. &amp; 9. April 2011 auf nach Stolberg und Notwendigkeiten erledigen. \u2013 Das Nazi-Event platzen lassen!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Let\u2019s destroy the Myth of Stolberg! \u2013 Das Nazi-Event platzen lassen! Im vierten Jahr in Folge wollen Nazis aus dem gesamten Bundesgebiet, Belgien und den Niederlanden am 8. und 9. 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