{"id":39,"date":"2010-03-30T21:40:12","date_gmt":"2010-03-30T19:40:12","guid":{"rendered":"http:\/\/aah.noblogs.autistici.org\/post\/2010\/03\/30\/blumen-f-r-pelkum\/"},"modified":"2010-03-30T21:40:12","modified_gmt":"2010-03-30T19:40:12","slug":"blumen-f-r-pelkum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aah.noblogs.org\/?p=39","title":{"rendered":"Blumen f\u00fcr Pelkum"},"content":{"rendered":"<div class=\"entry-content\">\n<p>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/antifaunited.blogsport.de\/images\/1.JPG\" hspace=\"10\" vspace=\"10\" align=\"left\" \/> In diesem Jahr j&auml;hrt sich die<br \/>\n&bdquo;Schlacht bei Pelkum&ldquo; zum neunzigsten Mal. Am 1. April 1920 k&auml;mpften<br \/>\nEinheiten des Freikorps Epp und der Reichswehr gegen aufst&auml;ndische<br \/>\nArbeiterInnen, die sich in der &bdquo;Roten Ruhr Armee&ldquo;organisiert hatten. Im<br \/>\nLaufe der Schlacht und vor allem in Anschluss an diese, in den<br \/>\nzahlreichen Hinrichtungen und Massakern, wurden &uuml;ber 90 ArbeiterInnen<br \/>\nvon den Soldaten get&ouml;tet. Zu ihrem Gedenken versammelten sich am Samstag<br \/>\n&uuml;ber 80 Menschen am Massengrab am Pelkumer Friedhof. <!--more--><br \/>\n<strong><br \/>\nGedenken mit Geschichte<\/strong><br \/>\nDas Gedenken an den &bdquo;Ruhrkampf&ldquo; hat in Hamm eine lange Tradition: In den<br \/>\nJahren nach 1920 versammelten sich viele Tausend Menschen zu<br \/>\nDemonstrationen, nach dem Krieg wurde die Tradition, die unter den Nazis<br \/>\nnat&uuml;rlich unterdr&uuml;ckt wurde, wiederbelebt. Seit je beteiligen sich auch<br \/>\nAntifaschistInnen aus dem Kreis Unna an den Veranstaltungen. [<a href=\"http:\/\/de.indymedia.org\/2003\/04\/49197.shtml\">1<\/a>; <a href=\"http:\/\/antifaunited.blogsport.de\/2009\/04\/26\/infoveranstaltung-die-schlacht-von-pelkum-1920\/\">2<\/a>]In<br \/>\ndiesem Jahr fand zuerst eine kurze Gedenkveranstaltung auf dem Friedhof<br \/>\nstatt, an der ein VertreterInnen des &uuml;berparteilichen Arbeitskreises<br \/>\n&bdquo;Blumen f&uuml;r Pelkum&ldquo; und der Linkspartei sowie der Ortsheimatpfleger von<br \/>\nPelkum sprachen. Im Anschluss daran, besuchte die Mehrheit der<br \/>\nTeilnehmenden noch die Veranstaltung im B&uuml;rgerhaus Pelkum.\n<\/p>\n<p>\nDort wurde einerseits die aktuelle Fassung eines Films des Filmclubs<br \/>\nHerringen &uuml;ber die Erreignisse gezeigt, in dem auch viele ZeitzeugInnen<br \/>\nzu Wort kamen. Andererseits wurde im Anschluss die historische und<br \/>\npolitische Bedeutung der Erreignisse 1920 diskutiert. An der<br \/>\nPodiumsdiskussion nahm auch ein Vertreter der regionalen Antifagruppen<br \/>\nteil. Einig waren sich die Teilnehmenden, dass es nicht nur um passives<br \/>\nErinnern gehe, sondern, dass ein Gedenken immer auch an die aktuelle<br \/>\nPraxis ankn&uuml;pfen sollte. Schlie&szlig;lich war der &bdquo;Ruhrkampf&ldquo; vor allem ein<br \/>\nAbwehrkampf gegen den aufkeimenden Faschismus.<br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/antifaunited.blogsport.de\/images\/3.jpg\" \/><br \/>\n<strong><br \/>\nKapp-Putsch und Ruhrkampf<\/strong><br \/>\nDie Vorgeschichte der &bdquo;Schlacht um Pelkum&ldquo; beginnt am 13. M&auml;rz 1920.<br \/>\nDamals putschten rechtsgerichtete Kr&auml;fte unter der F&uuml;hrung von Wolfgang<br \/>\nKapp und dem General Walther von L&uuml;ttwitz gegen die noch junge Weimarer<br \/>\nRepublik. Unterst&uuml;tzt durch nationalistische Freikorps zwangen die<br \/>\nPutschisten die SPD-gef&uuml;hrte Reichsregierung zur Flucht aus Berlin. Kapp<br \/>\nerkl&auml;rte sich zum Reichskanzler, musste aber schon nach f&uuml;nf Tagen<br \/>\naufgeben. Ein Generalstreik der ArbeiterInnen hatte das  Land<br \/>\nlahmgelegt.\n<\/p>\n<p>\nAuch im Ruhrgebiet erhoben sich die ArbeiterInnen und bewaffneten<br \/>\nsich. Mitglieder von SPD, USPD, KPD sowie Anarcho-SyndikalistInnen<br \/>\nvereinten sich in der &bdquo;Roten Ruhr Armee&ldquo;. So konnte das Eindringen von<br \/>\nReichswehreinheiten ins Ruhrgebiet verhindert werden. Teile der<br \/>\nReichswehr unterst&uuml;tzen den Putsch, andere Teile verhielten sich passiv.<br \/>\nUnter der Parole &bdquo;Truppe schie&szlig;t nicht auf Truppe&ldquo; verweigerten sie<br \/>\naber ihre praktische Unterst&uuml;tzung f&uuml;r die Republik.\n<\/p>\n<p>\nIn viele Ruhrgebietsst&auml;dten &uuml;bernahmen nun ArbeiterInnenr&auml;te die<br \/>\npolitische Macht und entwickelten Formen der Selbstverwaltung. Kaum war<br \/>\ndie Reichsregierung unter dem SPD-Kanzler Friedrich Ebert wieder an der<br \/>\nMacht, forderte sie das Ende des Streiks und des Aufstands im<br \/>\nRuhrgebiet. Doch der Ruhrkampf hatte sich l&auml;ngst ausgeweitet: Nicht mehr<br \/>\nnur die Abwehr des Putsches, sondern der Kampf um soziale Rechte und<br \/>\neine sozialistische Gesellschaft standen nun auf der Tagesordnung.\n<\/p>\n<p>\n<strong>Freikorps als Vorl&auml;ufer des Faschismus<\/strong><br \/>\nDie Reichsregierung setzte schlie&szlig;lich die Reichswehr und Teile der<br \/>\nFreikorps, die sich gerade noch mit den Putschisten sympathisiert<br \/>\nhatten, gegen die Aufst&auml;ndischen ein. Von M&uuml;nster und Paderborn kommend<br \/>\ndrangen die Soldaten ins Ruhrgebiet ein. Bei den K&auml;mpfen und den<br \/>\nanschlie&szlig;enden Massakern wurden &uuml;ber 2000 ArbeiterInnen ermordet. Die<br \/>\nFreikorps bestanden vor allem aus ehemaligen Weltkriegsveteranen, die<br \/>\nkeinen Platz mehr in der verkleinerten Reichswehr hatten, sich aber auch<br \/>\nnicht f&auml;hig waren, sich wieder in ein b&uuml;rgerliches Leben einzugliedern.<br \/>\nUnterst&uuml;tzt wurden sie durch &bdquo;Zeitfreiwillige&ldquo;, vor allem<br \/>\nnationalistische Studenten und B&uuml;rgers&ouml;hne von den Gymnasien. Viele der<br \/>\nFreikorpsangeh&ouml;rigen wurden sp&auml;ter in den faschistischen Gruppen aktiv,<br \/>\nnicht wenige von ihnen in der NSDAP. Die Marinebrigade Ehrhardt hatte<br \/>\nschon 1920 das Hakenkreuz auf ihre Helme und Fahrzeuge gemalt. Ein<br \/>\nZeichen, dass zur damaligen Zeit kaum jemand kannte.\n<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem Jahr j&auml;hrt sich die &bdquo;Schlacht bei Pelkum&ldquo; zum neunzigsten Mal. Am 1. 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