{"id":493,"date":"2011-07-20T17:32:44","date_gmt":"2011-07-20T15:32:44","guid":{"rendered":"http:\/\/aah.noblogs.org\/?p=493"},"modified":"2011-07-20T17:32:44","modified_gmt":"2011-07-20T15:32:44","slug":"den-naziaufmarsch-am-03-09-in-dortmund-sabotieren-blockieren-verhindern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aah.noblogs.org\/?p=493","title":{"rendered":"Den Naziaufmarsch am 03.09. in Dortmund sabotieren, blockieren, verhindern!"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/alerta.noblogs.org\/\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/alerta.noblogs.org\/files\/2011\/07\/Alertabanner-lang.gif\" alt=\"\" width=\"468\" height=\"60\" \/><\/a><\/p>\n<p>F\u00fcr den 03.09.2011 mobilisieren Neonazis wieder zum so genannten Nationalen Antikriegstag nach Dortmund. Den seit 2005 j\u00e4hrlich stattfindenden Aufmarsch werden sie auch in diesem Jahr wieder dazu nutzen, um einen v\u00f6lkischen Antikapitalismus und Antiimperialismus zu propagieren, der stets mit Rassismus, Antisemitismus, Antiamerikanismus und Geschichtsrevisionismus einhergeht.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Die Dortmunder Naziszene<\/strong><br \/>\nInsgesamt ist Dortmund eine Hochburg der so genannten \u201eAutonomen Nationalist_innen\u201d in Deutschland geworden. Nicht zuletzt durch einen stetigen Zuzug von Neonazi-Kadern aus der gesamten Bundesrepublik sind sie personell recht gut aufgestellt und verf\u00fcgen mit einem hauseigenen Internetversandhandel und dem Nazi-Zentrum an der Rheinischen Stra\u00dfe \u00fcber eine funktionierende und materiell gut ausgestattete Infrastruktur. Neben der Organisierung des \u201eNationalen Antikriegstags\u201d verteilen sie in der Innenstadt oder vor Schulen Flugbl\u00e4tter und f\u00fchren auch neben dem Gro\u00dfaufmarsch im September einige Aufm\u00e4rsche und Kundgebungen durch. Daneben kommt es hin und wieder auch zu geplanten Angriffen auf linke Wohn- und Kulturprojekte sowie zu \u00dcbergriffen auf Menschen, die rechte Parolen nicht unkommentiert hinnehmen wollen und sich gegen Neonazis engagieren.<\/p>\n<p>Ferner tritt mit der \u201eSkinhead-Front Dortmund-Dorstfeld\u201d vermehrt seit 2009 eine weitere Neonazi-Gruppierung an die \u00d6ffentlichkeit. Der brutale Angriff von zw\u00f6lf Neonazis auf die alternative Kneipe Hirsch Q im Dezember letzten Jahres, bei dem mindestens ein Kneipenbesucher auch Stichverletzungen erlitt, sorgte f\u00fcr gr\u00f6\u00dferes Aufsehen. Dabei gingen die Neonazis mit \u00e4u\u00dferster Brutalit\u00e4t gegen Besucher_innen der Kneipe vor. Der Angriff ist, wenngleich einer der brutalsten, nicht der letzte in der langen Reihe von rechten Angriffen in Dortmund geblieben. Die \u201eSkinhead-Front\u201d geriet j\u00fcngst wieder in die Schlagzeilen, als deren Mitglieder mehrere Frauen in einer U-Bahn rassistisch beschimpften und angriffen \u2013 und nur einen Tag sp\u00e4ter auf einer Kirmes rump\u00f6belten und Auseinandersetzungen provozierten.<\/p>\n<p><strong>Die Dynamik der Aufm\u00e4rsche<\/strong><br \/>\nIn sieben Jahren hat sich der Gro\u00dfaufmarsch zum Antikriegstag unter Federf\u00fchrung der Dortmunder \u201eAutonomen Nationalist_innen\u201d zu einem wichtigen Tag im Kalender der aktionsorientierten extremen Rechten entwickelt. W\u00e4hrend zum ersten Aufmarsch 2005 circa 200 Neonazis erschienen, wuchs die Zahl bis zum Jahr 2008 auf 1.100 an. Diese \u201eErfolgsgeschichte\u201d erfuhr in den letzten Jahren einen empfindlichen Einschnitt: 2009 und 2010 wurde der Mythos des \u201eNationalen Antikriegstags\u201d, den die Dortmunder Neonazis in jahrelanger europaweiter Mobilisierungsarbeit versucht hatten aufzubauen, dadurch demontiert, dass die Dortmunder Polizei die geplanten Aufm\u00e4rsche kurzfristig zu station\u00e4ren Kundgebungen umwandelte. Der Event-Charakter des Aufmarsches erlitt dadurch schweren Schaden. Fakt ist: Gro\u00dfaufm\u00e4rsche gestalten sich f\u00fcr die Neonazis immer schwieriger, auch wenn das in Dortmund bislang weniger an Antifaschist_innen als an dem restriktiven Vorgehen der Polizei liegt.<\/p>\n<p><strong>Die Stadt und ihre Nazis<\/strong><br \/>\nDie Gr\u00fcnde, warum Neonazis sich in Dortmund ausgebreitet haben, sind nicht zuletzt das langj\u00e4hrige Leugnen des Naziproblems seitens der Stadt Dortmund und fehlende Ma\u00dfnahmen und Konzepte der sozialdemokratischen Lokalpolitik sowie der \u00f6rtlichen Polizei. Erst die antifaschistischen Aktivit\u00e4ten der letzten Jahre haben zu Betriebsamkeit im Rathaus gef\u00fchrt. Inzwischen demonstrieren die Stadtoberen wenigstens symbolisch. Allerdings sind durch konsequente \u00d6ffentlichkeitsarbeit autonomer Antifa-Gruppen auch hier Ver\u00e4nderungen wahrnehmbar. So kaufte die Stadt Dortmund das Haus an der Rheinischen Stra\u00dfe 135, in dem die Neonazis ihr \u201eNationales Zentrum\u201d angemietet haben und verdoppelte den Etat zur F\u00f6rderung \u00f6rtlicher Projekte \u201egegen Rechtsextremismus\u201d auf 200.000 \u20ac. Allerdings gelingt dies offenkundig nur durch \u00f6ffentlichen und politischen Druck von au\u00dfen. Dass das alles allein nicht ausreicht, um die Dortmunder Naziszene nachhaltig zu schw\u00e4chen, ist offensichtlich. Notwendig ist ein kontinuierliches und konsequentes Agieren gegen die extreme Rechte.<\/p>\n<p><strong>Dortmund Calling<\/strong><br \/>\nDaher rufen alle autonomen Dortmunder Antifa-Gruppen gemeinsam mit zahlreichen antifaschistischen und (radikal-)linken Gruppen aus NRW auch in diesem Jahr dazu auf, den Naziaufmarsch am 3. September zu verhindern. Mit einer linksradikalen Vorabenddemo am 2. September bietet das DAB zudem einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit den Neonazis und der sie hervorbringenden Gesellschaft Raum. Im Anschluss an die Demo ist ein Konzert geplant. Au\u00dferdem werden wir auch den \u201eAktionswochen\u201d der hiesigen Neonazis im Vorfeld des Antikriegstags nicht nur mehr Beachtung schenken, sondern bereits auch hier mit eigenen Inhalten an die \u00d6ffentlichkeit treten. Am Samstag gibt es dann in bew\u00e4hrter Qualit\u00e4t ein Convergence Center, die n\u00f6tige Infostruktur und nat\u00fcrlich auch einen Ermittlungsausschuss.<\/p>\n<p>Die Ereignisse der letzten Jahre haben erneut vor Augen gef\u00fchrt, dass damit allein keine Handlungsf\u00e4higkeit gegen\u00fcber einer geradezu absurden \u00dcbermacht von schwerbewaffneten Polizeihundertschaften, die in der Lage sind, ganze Stadtteile hermetisch abzuriegeln, erreicht werden kann. Um dieses Jahr trotz zu erwartender starker Pr\u00e4senz durch die Polizei weiterhin flexibel agieren zu k\u00f6nnen, legen wir den Fokus dieses Jahr verst\u00e4rkt auf die Anreise. Hierzu gibt es bereits ein flexibles, mehrstufiges Konzept, um unsere Handlungsf\u00e4higkeit \u00fcber den gesamten Tag zu gew\u00e4hrleisten. Weitere Infos dazu findet ihr in K\u00fcrze auf unserer Website. Schlie\u00dft euch den Anreisegruppen an oder kommt direkt nach Dortmund. Den \u201eNationalen Antikriegstag\u201d zum Desaster machen!<\/p>\n<p><strong>Gegen Neonazis, Geschichtsrevisionismus und deutsche Zust\u00e4nde!<\/strong><br \/>\n<strong> Naziaufmarsch am 03.09. sabotieren, blockieren, verhindern!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr den 03.09.2011 mobilisieren Neonazis wieder zum so genannten Nationalen Antikriegstag nach Dortmund. 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